Persönlichkeiten
A
Anderle, Johann Gabriel
Geboren am 3. April 1899 in Zlabings, gestorben am 26. Juni 1957 in der Steiermark.
Neben seiner Arbeit als Herausgeber der „Donaupost“ in Krems und als Journalist bei verschiedenen ausländischen Zeitungen und Zeitschriften verfasste er 1923 die zwei Lyrikbändchen „Der farbige Abglanz“ und „Traum im Alltag“. 1925 erschienen die Novellenbücher „Die Mauer“ und der „Schmerzhafte Rosenkranz“, 1927 zwölf Gedichte „Zlabings – eine Heimatandacht“ und 1935 „Requiem für Hermine. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts erhielt Johann Gabriel Anderle den tschechoslowakischen Staatspreis für deutsche Dichtung. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Appel, Martha
Geboren 23. Oktober 1920 in Brünn.
1942 bis 1945 war Martha Appel Buchhalterin und Kassenverwalterin der Stadtverwaltung Zlabings. An der Seite ihres Mannes Rudolf war sie ab 1977 Sachbearbeiterin für Familiennachrichten des Zlabingser Ländchens, redigierte die Familiennachrichten und erstellte dafür monatlich das Manuskript für den Druck. 1973 erhielt Martha Appel das südmährische Ehrenzeichen in Silber, 1976 das in Gold und 1985 wurde sie für ihre langjährige Mitarbeit in der Schriftleitung des Zlabingser Ländchens mit einer Treueurkunde geehrt. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Appel, Rudolf
Geboren 11. Februar 1917 in Zlabings, gestorben 26. November 1979 in Augsburg.
Rudolf Appel übernahm von 1967 bis 1976 übernahm er die Stelle des Schriftleiters für das Zlabingser Ländchen, was er mit viel Umsicht und Interesse wahrnahm. Zahlreiche Beiträge in der Monatszeitschrift „Der Südmährer“ stammen von ihm. Diese Beiträge waren meist sehr humorvoll, dann wieder spritzig, voller Geist sprühend aber auch von tiefem Ernst. Einer seiner letzten Berichte, abgedruckt 1976 im Südmährer, handelt vom „Obl-Deana“, dem Gemeindediener und Ordnungshüter der Stadtgemeinde Zlabings der immer in „voller Wichs“ seine Amtshandlungen vollzog. 1971 erhielt Rudolf Appel für seine Dienste für die Heimat das südmährische Ehrenzeichen in Silber, 1973 das in Gold und 1974 wurde ihm das Siegel der Stadt Zlabings in Gold verliehen. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Appeltauer, Maria, Schwester Gertrud
Geboren 11. November 1923 in Nespitz
1954 trat Maria Appeltauer in das Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung in Schwäbisch Gmünd ein und erhielt den Namen Schwester Gertrud. 1980 übernimmt sie die Stelle des Ortsvertrauensmannes (OVM) ihrer Heimatgemeinde Nespritz. Wegen ihrer Verdienste um die Heimat wurde Schwester Gertrud 1985 vom Südmährischen Landschaftsrat in Geislingen/Steige das südmährische Ehrenzeichen in Gold verliehen. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
B
Bacher, Dr. Karl
Schuldirektor
1884 Waltrowitz - 1854 Steyr
Der wohl bedeutendste südmährische Dichter war und ist Professor Dr. Karl Bacher. Am 10. Februar 1884 in Waltrowitz geboren, besuchte er das Gymnasium in Znaim, studierte an der Universität Wien Germanistik und erwarb 1911 die Doktorwürde an der philosophischen Fakultät mit der Dissertation über syntaktische Probleme seines Heimatdialektes. Er unterrichtete an Wiener Gymnasien und von 1938 bis 1945 an der Oberschule für Jungen in Znaim, deren letzter Direktor er vor der Vertreibung war. Nach der Vertreibung aus der Heimat lebte er in Steyr, wo er am 8.Juli 1954 starb. Seine formschönen Gedichte erschienen in mehreren Bänden, wie „Südmährische Gedichte“, „Neue Südmährische Gedichte“, „Zeitige Aehan“, „Les´weinbeer“, „A Loabl Brot von dahoam“, „Ausklabte Äpfeln“, „Herdfeuer vo dahoam“. Sein dramatisches Schaffen umfasst Bauernspiele, Tragödien und Komödien, wie z.B. „Mutter“, „Meier Helmbrecht“, „Der Landrichter von Urbau“, „Die Gnade“. Er schrieb teils in Mundart, teils hochdeutsch. Eine Anekdote: Bacher bestand darauf, dass die erste Aufführung seines Bauerndramas „Meier Helmbrecht“ in Znaim als Aufführung für Schüler am Nachmittag im Stadttheater stattfindet. Es war eine wunderbare Aufführung. Ein sehr gerührter Dichter dankte für den begeisterten Applaus seiner Schüler. Nach seinem Tod erschien aus seinem Nachlass „Dos Liad vo der Thaya“, ein Epos in südmährischer Mundart, das er leider nicht mehr vollenden konnte. Bachers Werke sind von einer tiefen Liebe zu seiner südmährischen Heimat geprägt, er zählt zweifellos zu den bedeutendsten Mundartdichtern des bayrisch-österreichischen Sprachraumes. |
Bammer, Dr.jur. Johannes
Jurist und Komponist
1888 Nikolsburg - 1988 Bonn
In Nikolsburg erblickte am 31. Mai 1888 Dr. jur. Johannes Bammer das Licht der Welt, verbrachte hier die Kindheit und teilweise die Schulzeit mit der ersten musikalischen Ausbildung, die er jedoch nach dem frühen Tod seines Vaters mit einem bereits vorgesehenen Musikstudium am Wiener Konservatorium nicht abschließen konnte. Die Mutter heiratete ein zweites Mal und die Familie zog nach Leitmeritz, wo Bammer bereits mit 17 Jahren mit großem Erfolg als Pianist öffentlich auftrat. Nach der Matura studierte er in Prag Jus und gleichzeitig Musik. Auch neben seinem Beruf als Jurist in Rumburg vervollkommnete er seine musikalische Ausbildung, teils durch Selbststudium, teils durch Besuch bei namhaften Lehrern in TeplitzSchönau, Dresden und Prag. Nach der Vertreibung gelangte Bammer nach Westdeutschland, zuletzt wohnte er in Bonn, wo er am 17.März 1988, kurz vor Vollendung seines 100. Lebensjahres starb. Seine Kompositionen umfassen Kammermusik in verschiedenen Besetzungen, Klavierstücke – er schrieb für seine beiden Söhne auch eine Klavierschule – Chorwerke, vor allem aber Lieder nach Texten von Eichendorff, Heine, Rilke, Kolbenheyer und zeitgenössischen Dichtern, Kinderlieder und einen eigenen Liederzyklus. Johannes Bammer fand hohe Anerkennung für sein Werk daheim, aber auch nach schweren Jahren im Anschluß an die Vertreibung in Deutschland. Die Südmährer ehrten ihn in Geislingen durch Verleihung des Südmährischen Kulturpreises 1987. |
Bendl, Rupert
Dechant
1891 Hermannsdorf - 1970 Stuttgart
Dechant Monsignore Rupert Bendl, geboren am 5.September 1891 in Hermannsdorf, Bezirk Znaim, 1915 in Brünn zum Priester geweiht, war er ab 1926 Pfarrer und später Dechant in Taßwitz. Zu seiner Zeit bauten die Redemptoristen die St. KlemensKirche über dem Geburtshaus des Heiligen, die Architekt Professor Klemens Holzmeister 1933 errichtete. Nach der Vertreibung gemeinsam mit seiner Pfarrgemeinde war er unermüdlicher Seelsorger der Heimatvertriebenen in Weil der Stadt in Württemberg und war Mitglied des südmährischen Landschaftsrates. Am 3. August 1970 starb er in Stuttgart und ist in Weil der Stadt begraben. |
Bornemann, Felix
1894 Znaim - 1990 Regensburg
Nach dem Besuch der Volksschule und des Obergymnasiums in Znaim studierte Felix Bornemann an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn Maschinenbau und Elektrotechnik und später an der Deutschen Universität in Prag Rechtswissenschaften. Einen Hochschulabschluss gelang Bornemann jedoch nie. Im Ersten Weltkrieg brachte Bornemann es als Leutnant der Reserve zum Maschinengewehrzugskommandanten. Von 1918 bis 1924 war Bornemann Hauptschriftleiter des Znaimer Tagblatts und der Südmährischen Rundschau. Zu dieser Zeit ließ er sich auch als selbständiger Buchhändler in Znaim nieder. Außerdem bekleidete er verschiedene wichtige Ehrenämter in völkischen Kampfverbänden sowie in kulturellen und wirtschaftlichen Körperschaften Südmährens. Im Oktober 1918 übernahm Bornemann Aufgaben als Funktionär der Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP). Später schloss er sich der Sudetendeutschen Partei (SdP) an. In der Zeit von 1918 bis 1938 wurde Bornemann aufgrund seiner politischen Tätigkeit in der Tschechoslowakei wiederholt verhaftet und zu politischen Haftstrafen verurteilt. Im Jahr 1938 verbrachte er beispielsweise bis zum deutschen Einmarsch in der Tschechoslowakei fünf Monate in Haft. Nach der deutschen Annexion der Sudetengebiete durch das Deutsche Reich infolge des Münchener Abkommens wurde Bornemann zum Kreisleiter in Znaim ernannt. Anlässlich der am 4. Dezember 1938 stattfindenden Ergänzungswahl zu dem im April 1938 gewählten Reichstag zog Bornemann in den nationalsozialistischen Reichstag ein, dem er bis zum Ende der NS-Herrschaft als Vertreter des Sudetengebietes angehörte. In der SS erreichte er den Rang eines Sturmbannführers. (Quelle: Wikipedia) |
Bornemann, Karl
Verleger
1885 - ?
Der Generalleutnant ist hier in der Uniform als österreichischer Generalmajor abgelichtet. |
Brehm, Bruno
Schriftsteller
1892 Laibach - 1974 Alt Ausee
Ein Schriftsteller, der zwar als Tornisterkind in keiner Stadt längere Zeit verblieb, aber Znaim und Südmähren doch sehr oft in seinen Romanen und Erzählungen beschrieben hat: Es handelt sich um Bruno Brehm, geboren am 23.Juli 1892 in Laibach. Bald übersiedelte die Offiziersfamilie über Prag und Eger 1904 nach Znaim, wo er für ihn bedeutende Jahre verbrachte, wie man seinen Schilderungen des Lebens in dieser Stadt entnehmen kann. Im Jahre 1912 entschloss sich Brehm, wie sein Vater Berufsoffizier zu werden. Nach Verwundung, russischer Kriegsgefangenschaft, 1916 als Schwerverwunderter ausgetauscht, neuerlichem Einsatz an der Südfront und abermaliger Verwundung studierte er in Wien Kunstgeschichte, promovierte 1922 zum Doktor der Philosophie und lebte als freier Schriftsteller in Wien und nach Kriegsdienst zwischen 1941 und 1944 ab 1950 in Alt Aussee, wo er 1974 starb. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Trilogie „Apis und Este“, „Das war das Ende“, „Weder Kaiser noch König“, später zusammengefasst unter dem Titel „Die Throne stürzen“, „Zu früh zu spät“, „Auf Wiedersehen Susanne“, „Heimat ist Arbeit“, „Die weiße Adlerfeder“, „Aus der Reitschule”, in den Werken „Der lachende Gott“ später unter dem Titel „Der fremde Gott“ neu herausgegeben, „Das gelbe Ahornblatt“, „Die sanfte Gewalt“ und „Heimat in Böhmen“ beschrieb er auch Begebenheiten aus Znaim. In seinen Romanen und Erzählungen schilderte Brehm, dem Geschichte, Kunst und Literatur der ehemaligen Kronländer aus eigener Anschauung wohl bekannt waren, die Welt des alten Österreichs besonders des Militärs. Trotz verschiedener Strömungen gegen ihn nach dem letzten Weltkrieg erhielt Bruno Brehm verdiente Ehrungen, wie den Sudetendeutschen Kulturpreis, den Peter Rosegger-Preis des Landes Steiermark, den Professorentitel und die Prinz Eugen-Medaille der Stadt Wien. |
C
Casparides, Ignaz Florian
Orgelbauer
Retz - 1778 Znaim
Ignaz Florian Casnarides, der im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts lebte und zwischen 1773 und 1778 gestorben sein dürfte. Zu seinen Werken zählten die Orgeln in den Dominikanerkirchen in Znaim und Retz, in der Spitalskirche in Laa an der Thaya sowie in den Pfarrkirchen von Maria Dreieichen, Weikertschlag und Kaidling. |
Charlemont, Lilly
Malerin
1890 Wien - 1981 Wien
Sie war zunächst Schülerin ihres Vaters Hugo Charlemont um dann ihre künsterische Ausbildung in der Malschule Hohenberger und Kruis fortzusetzen. Anfangs war sie mit Tier- und Pflanzenstudien befasst, schließlich widmete sie sich mit kräftigen satten Farben der Landschaftsmalerei. Meer und Berge waren ihre beliebten Motive. |
Charlemont, Matthias Adolf
Maler
1820 Brünn - 1871 Wien
Zu Beginn der Fünfziger Jahre des19. Jahrhunderts siedelte sich die Künstlerfamilie Charlemont in Znaim an. Der Vater Adolf, geboren 1820 in Brünn, gestorben 1872 in Wien, war Lehrer an der Genie-Akademie (vergleichbar mit einer Pioniertruppenschule) in Klosterbruck und ein bekannter Porträtist in Znaim. Von seinen vier Söhnen wurde der älteste Rudolf, Offizier, Eduard, geboren am 3.August 1848 in Wien, Schüler und Mitarbeiter Makarts, ein bedeutender Maler, der auch in Paris und Wien, wo er am 7.Feber 1906 starb, Anerkennung fand. Auch Hugo, geboren am 18.März 1850 in Jamnitz, hatte als Maler einen guten Ruf, er schuf z.B. für die Büffets des Wiener Burgtheaters die Deckenbilder und im Naturhistorischen Museum in Wien die Bilder „Das Salzbergwerk in Wielimka“ und „Der Marmorbruch in Carrara“. Er starb am 18.Juli 1939 in Wien. Der vierte Sohn Theodor, geboren am 1.Jänner 1859 in Znaim, wurde Bildhauer; von ihm stammt unter anderem das 1910 errichtete Denkmal für Gregor Mendel im Alt-Brünner Augustinerkloster. Er starb 1938. |
D
Diwald, Hellmut
Historiker
1929 Schattau - 1993
Zunächst studierte er Maschinenbau, dann wandte er sich der Geschichte, Germanistik und Philosophie zu. Mit 24 Jahren wurde er promoviert und habilitierte mit 29 Jahren. Sein Hauptwerk war die vom Heute aus in die Geschichte zurück erzählte „Geschichte der Deutschen“ . |
Diwisch, Prokop
Pfarrer und Erfinder
1698 Senftenberg - 1765 Bruck
In Znaim wirkte der am 26.März 1698 in Senftenberg im Adlergebirge geborenen und 1720 ins Prämonstratenser-Stift Bruck eingetretenen und in der Folge hier in dem von Abt Sebastian I. Freitag gegründeten Alumnat als Professor wirkenden Prokop Diwisch finden. In Znaim besuchte er bereits das Jesuitengymnasium, in dessen „Schulalbum“ er als Wenzeslaus Dibisch aufscheint. Seine Priesterweihe erfolgte 1726, zum Doktor der Theologie promovierte er 1733 und er wurde 1741 Prior des Stiftes, dann Pfarrer von Brenditz, das zu Bruck gehörte. Hier erfand er 1754 den ersten Blitzableiter (Wettermaschine) unabhängig von Benjamin Franklin und einige Jahre vor ihm. Seine Erfindung wurde von der Akademie der Wissenschaften in Berlin, deren Präses, dem bekannten Mathematiker Professor Euler, er eine genaue Abhandlung samt ausführlichen Zeichnungen übersandt hatte, überhaupt nicht beachtet und fand auch bei den Mathematikern am Hof von Kaiser Franz I. kein Verständnis. Erst seinem Freund, dem evangelischen Geistlichen und Naturforscher Friedrich Christoph Oetinger ist es zu verdanken, dass seine Abhandlung „Die längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricite“ 1765 in Tübingen erschien. Im gleichen Jahr, am 22.Dezember, starb Prokop Diwisch in Brenditz. Er war auch Mathematiker, Erforscher der Elektro-Heilmethoden, somit Begründer der Elektroheiltherapie, und Musiker, der sogar ein orgelartiges Musikinstrument erfand, das er wie Anton Hübner schreibt nach seinem weltlichen Namen Dionis „Denis d’Or“ benannte, und das bei Aufhebung des Stiftes Klosterbruck auf 100 Dukaten geschätzt und wegen seiner Originalität in das k.k. Kunstkabinett eingeliefert werden musste. Der Erfinder hatte aber nur den damaligen und letzten Stiftsorganisten Wiesner in die Handhabung dieses Instrumentes eingeführt. Wiesner kam als Organist an die Kirche am Hof in Wien und erhielt über Veranlassung Kaiser Josephs II. das Instrument. Leider ist mit Wiesners Tod jede weitere Nachricht über das Instrument verloren gegangen. |
E
Elsinger Reiner Martin
Reiner Martin Elsinger wurde am 22. September 1932 in Nikolsburg geboren. Sein Vater war Prokurist und Bankdirektor, seine Mutter war die Tochter von Ferdinand Horntricht, Lehrer in Muschau und Nikolsburg. Er besuchte von 1938 bis 1942 die Oberort-Volksschule und danach bis 1945 das Gymnasium Nikolsburg. Als damals 12 ½-Jähriger wurde er gemeinsam mit seiner Mutter aus seinem Heim vertrieben. Über Umwege kamen sie nach Mauthausen. Er studierte Betriebswissenschaft und trat in ein breitgefächertes Berufsleben ein. Jedoch die Tätigkeit, die ihm am meisten am Herzen lag, war der Dienst an seiner Heimat Südmähren. Im Folgenden ein kleiner Auszug aus seinem überreichen Schaffen für die Heimat:
Ing. Reiner Elsinger war ein wandelndes heimatpolitisches Lexikon. Seine profunden Kenntnisse und sein enormes Wissen auf diesem Gebiet waren unübertroffen. Als heimatpolitischer Referent der SLÖ brachte er sich in unzähligen Diskussionsrunden mit Politikern, Politologen, Historikern und Medienleuten ein. Er war ein unermüdlicher Kämpfer für unsere berechtigten Anliegen um Anerkennung und Wiedergutmachung des an uns Vertriebene begangenen Unrechts!
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F
Fiby, Heinrich
Musikschuldirektor und Komponist
1834 Wien - 1917 Znaim
Der in Wien am 15. Mai 1834 geborene Heinrich Fiby, am dortigen Konservatorium bei berühmten Lehrern in Gesang, Geige, Klavier und Kompositionslehre ausgebildet, kam 1857 nach Znaim und prägte hier bis zu seinem Tode am 17.Oktober 1917 praktisch das gesamte Musikleben der Stadt und des ganzen Bezirkes. Er gründete die Musikschule, 1861 den Musikverein und veranstaltete laufend viel beachtete Chor- und Orchesterkonzerte. Fiby war nicht nur ein ausgezeichneter Lehrer und Musiker, sondern auch ein gediegener Komponist zahlreicher Messen, Offertorien und Motetten, aber auch Operetten, Singspiele und verschiedener Chorwerke. Seine Kompositionen für Orchester, Kammermusik und verschiedene einzelne Instrumente fanden ebenfalls großen Beifall bei den Zuhörern und den selbst aus Wien angereisten Kritikern. |
Fisée, Michael Johann
Maler
1686 Antwerpen - 1732 Znaim
Der Maler Michael Johann Fisée aus Antwerpen, der längere Zeit im Stift Klosterbruck beschäftigt war, schuf die Fresken im Rundsaal und in der Kapelle der Znaimer Burg, im Dominikanerkloster und in der Kirche St.Michael in Znaim sowie in der Kirche in Lechwitz. Er starb 1726 in Znaim. |
Freising, Josef
1875 Untertannowitz - 1971 Esslingen
Er verfasste das Geschichtswerk „Vor 300 Jahren“ Freising, Josef. – Brünn, Dominikanergasse 9 : Lehrerhausverein, 1936 |
Freitag von Czepiroch und Dürnbach, Sebastian I.
Probetext
1533 - 1585 Klosterbruck
Im Prämonstratenser-Stift Bruck wirkte in den Jahren von 1572 bis zu seinem Tode im Mai 1585 ein für Südmähren ganz besonders wichtiger Mann, nämlich den Abt Sebastian I. Freitag von Czepiroch und Dürnbach. Er förderte, wie es Hans Zuckriegl in seinem 1990 erschienenen Buch „Die Znaimer Gurke“ ausführlich schilderte, in unserer Heimat den Gurkenanbau wesentlich. Dies, indem er ausgesuchte gute Gurkensamen von ungarischen Klostergütern nach Südmähren bringen und an die Untertanen des Stiftes verteilen ließ. Abt Sebastian I. verbesserte dadurch die Landwirtschaft, er legte eine systematische Bibliothek an und gründete die Buchdruckerei, die bis zur Aufhebung des Klosters 1784 zu den bedeutendsten dieser Zeit gehörte. Es gilt als erstes Erziehungsinstitut in Mähren: ein Seminar für studierende Knaben, in welchem ab 1575 auch praktischer und theoretischer Musikunterricht erteilt wurde. Er legte somit den Grundstein für Musikpflege in Südmähren, sorgte für gute Kirchenmusik in Bruck und bei St.Niklas und ließ sogar Künstler aus Wien und aus Italien kommen, um schöne Musik zu hören. All dies konnte er nur unter Verwendung seines eigenen Vermögens erreichen, ebenso wie er den nach den Hussitenstürmen dringend notwendig gewordenen Wiederaufbau des Stiftes aus eigenen Mitteln bezahlte. Sebastian Freitag war ein wohlhabender Mann ehe er ins Prämonstratenser-Kloster Bruck eintrat. Einer alten adeligen Familie entstammend und wegen seiner hervorragenden Gelehrsamkeit. Er war auch Doktor der Rechte zum Erzieher des späteren Kaisers Rudolph II. erwählt, wurde er in dieser hohen Stellung auch zu Staatsgeschäften herangezogen. Als Mitglied der Jerusalem-Ritter diente er in der Flotte der Venezianer und kehrte als General unter dem siegreichen Don Juan d´Austria 1571 aus der Seeschlacht bei Lepanto gegen die Türken heim. Die Venezianer feierten seine Tapferkeit durch Errichtung einer Ehrensäule. Im Jahre 1572 trat er als Novize in den Orden der Prämonstratenser in Bruck ein und wurde nach Ablegung der Profess bereits im gleichen Jahr einstimmig zum Abt gewählt. |
Kleriker
1533 - 1585 Klosterbruck
Im Prämonstratenser-Stift Bruck wirkte in den Jahren von 1572 bis zu seinem Tode im Mai 1585 ein für Südmähren ganz besonders wichtiger Mann, nämlich den Abt Sebastian I. Freitag von Czepiroch und Dürnbach. Er förderte, wie es Hans Zuckriegl in seinem 1990 erschienenen Buch „Die Znaimer Gurke“ ausführlich schilderte, in unserer Heimat den Gurkenanbau wesentlich. Dies, indem er ausgesuchte gute Gurkensamen von ungarischen Klostergütern nach Südmähren bringen und an die Untertanen des Stiftes verteilen ließ. Abt Sebastian I. verbesserte dadurch die Landwirtschaft, er legte eine systematische Bibliothek an und gründete die Buchdruckerei, die bis zur Aufhebung des Klosters 1784 zu den bedeutendsten dieser Zeit gehörte. Es gilt als erstes Erziehungsinstitut in Mähren: ein Seminar für studierende Knaben, in welchem ab 1575 auch praktischer und theoretischer Musikunterricht erteilt wurde. Er legte somit den Grundstein für Musikpflege in Südmähren, sorgte für gute Kirchenmusik in Bruck und bei St.Niklas und ließ sogar Künstler aus Wien und aus Italien kommen, um schöne Musik zu hören. All dies konnte er nur unter Verwendung seines eigenen Vermögens erreichen, ebenso wie er den nach den Hussitenstürmen dringend notwendig gewordenen Wiederaufbau des Stiftes aus eigenen Mitteln bezahlte. Sebastian Freitag war ein wohlhabender Mann ehe er ins Prämonstratenser-Kloster Bruck eintrat. Einer alten adeligen Familie entstammend und wegen seiner hervorragenden Gelehrsamkeit. Er war auch Doktor der Rechte zum Erzieher des späteren Kaisers Rudolph II. erwählt, wurde er in dieser hohen Stellung auch zu Staatsgeschäften herangezogen. Als Mitglied der Jerusalem-Ritter diente er in der Flotte der Venezianer und kehrte als General unter dem siegreichen Don Juan d´Austria 1571 aus der Seeschlacht bei Lepanto gegen die Türken heim. Die Venezianer feierten seine Tapferkeit durch Errichtung einer Ehrensäule. Im Jahre 1572 trat er als Novize in den Orden der Prämonstratenser in Bruck ein und wurde nach Ablegung der Profess bereits im gleichen Jahr einstimmig zum Abt gewählt.
Frodl Gerald
Träger des Südmährischen Kulturpreises und das Abzeichen in Groß Gold.
Gerald Frodl wurde am 30. März 1931 in Olmütz geboren. Seine Kindheit und Volksschulzeit verbrachte er mit Eltern und zwei Geschwistern in Dürnholz. Die Familie floh anfangs 1945 nach Westen und fand eine Bleibe in Herzogenburg in Österreich. 1946 wurde die Familie nach Deutschland abgeschoben, wo sie in Mindelheim sesshaft wurden. In Erlangen studierte Gerald Frodl die Fächer Deutsch, Englisch und Geschichte und schloss sein Studium mit dem Staatsexamen für das höhere Lehramt ab. Damit wurde er in den Bayerischen Staatsdienst übernommen, dem er bis zu seiner Pensionierung 1993, zuletzt als Studiendirektor, treu blieb. Er war ein Mann der Kultur, der Literatur und der Geschichte. Beispielhaft das Kapitel 3 der Geschichte Südmährens „Vertreibung, Abschub und Verbleib“ oder „Südmähren von „A bis Z“. Seine zahlreichen Berichte über die verschiedensten Aktivitäten der Südmährer intern und nach außen, sie alle aneinandergereiht würden eine lebendige Darstellung der Südmährer seit der Vertreibung ergeben. Gerald Frodl, der Geschichte und Politik in der Symbiose mit Kultur und Menschlichkeit zu seinem Weltbild gemacht hat und der dabei auch ein aufrechter deutschsüdmährischer Patriot war, verstarb am 02. Januar 2025.
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G
Glaninger, Karl
Kanonikus des Kollegiatkapitels Nikolsburg
1886 Radlbrunn/Niederösterreich - 1964 Wien
Dechant Karl Glaninger, geboren am 31. August 1886 in Radlbrunn in Niederösterreich, Priesterweihe 1912 in Mautern in der Steiermark, wirkte in Südmähren erfolgreich als Seelsorger und Prediger in Znaim, Klentnitz, Oberwisternitz und zuletzt in Bergen. Er war Kanonikus des Kollegiatkapitels Nikolsburg und in den Jahre 1933 bis 1938 Präsident des Volksbundes der deutschen Katholiken für die Diözese Brünn. Nach der Vertreibung war er Kirchendirektor in Wien-Döbling und bei den Südmährern ein gern gehörter Prediger. Er starb am 20.Juli 1964 in Wien. |
H
Helstin, Karla
Pianistin
1897 Schattau - 1939 Znaim
Als staatlich geprüfte Klavierlehrerin unterrichtete Karla Helstin zusammen mit Sophie Haala an der Städtischen Musikschule in Znaim. Sie hatte in Wien studiert und Anfang der 1920er Jahre mit ihrem Unterricht in Znaim begonnen. 25-30 Schülerinnen und Schüler kamen zu ihr ins Deutsche Haus oder zu ihr nach Hause zum Unterricht. |
Hofbauer, Klemens Maria
Generalvikar des Redemptoristenordens
1751 Taßwitz - 1820 Wien
Pater Klemens Maria Hofbauer, geboren am 26. Dezember 1751 in Taßwitz bei Znaim, kam als Lehrling zum Znaimer Bäckermeister Dobich (in anderer Schreibweise Dobsch) am Ottokarplatz, dann als Bäcker ins Stift Klosterbruck. Hier besuchte er die Klosterschule, bezog die Einsiedelei „Guckethay“ bei Mühlfraun, unternahm eine Pilgerfahrt nach Rom, wo er nach Absolvierung der theologischen Studien 1784 in die Kongregation der Redemptoristen eintrat und zum Priester geweiht wurde. Im Jahre 1787 übernahm er in Warschau die Kirche St.Benno und entfaltete hier für Deutsche und Polen als Reformer der Seelsorge, der Schule und der Caritas eine segensreiche Tätigkeit. In Rom ernannte man ihn zum Generalvikar des Redemptoristenordens im Gebiet nördlich der Alpen, doch 1808 wurde er aus Polen ausgewiesen. Nach Ordensgründungen in Deutschland und in der Schweiz kam er nach Wien, wo er an der Minoritenkirche und bei St.Ursula wirkte und zum geistigen Führer der katholischen Erneuerung, zum Akademikerseelsorger (Hofbauerkreis) und zur Zentralgestalt des Romantikerkreises (darunter Friedrich Schlegel, Zacharias Werner, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff) wurde. Von Kaiser Franz I. erreichte er die Zulassung des Redemptoristenordens in Österreich und die Zuweisung der Kirche „Maria am Gestade“. Hofbauer prägte das katholische Leben Wiens und Österreichs auf lange Zeit. Er starb am 15. März 1820 in Wien; seine Gebeine befinden sich seit 1860 in der Kirche „Maria am Gestade“. Klemens Maria Hofbauer wurde 1888 selig und 1909 heilig gesprochen; Papst Pius X. erklärte ihn 1914 zum Stadtpatron von Wien. Er ist auch einer der heiligen Patrone des Bistums Brünn, einziger aus Mähren stammender Heiliger und Heimatpatron der Südmährer. Kardinal König weihte 1977 eine von den Südmährern geschaffene Gedächtnisstätte zu Ehren des südmährischen Heiligen in der Kirche St.Marien in Geislingen-Altenstadt. |
Hruschka, Rudolf
Rudolf Hruschka, Oberlehrer an der zweiklassigen deutschen Volksschule in Alt-Hart (1919-1935), Heimatforscher, Historiker, Schriftsteller, korrespondierendes Mitglied des Vereines für die Geschichte Mährens und Schlesiens, ein ungemein fruchtbarer, von tiefer Heimatliebe beseelter Mann auf historisch-heimatkundlichem Gebiet: geboren am 10. Mai 1881 in Riegerschlag bei Neuhaus (Böhmen), eng befreundet mit Prof. Dr. Grießer.
Hofrat Prof. Dr. Karl Lechner verweist in seiner Zeitschrift "Mährisch-schlesische Heimat" (1961, Heft 2), dass Hruschka wie kein anderer Autor so häufig in der 1940 im Verlag S. Hirzel, Leipzig, erschienenen kritischen "Bibliographie zur Landeskunde von Niederösterreich und Wien", vertreten ist und würdigt damit das Lebenswerk Rudolf Hruschkas.
Seit 19. Mai 1956 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande; gestorben am 6. November 1961 in Ditzingen/Württemberg.
Quelle: Eleonora Polly, Zlabings und das Zlabingser Ländchen, 1988
Hörmann, Theodor
Maler
1840 Imst/Tirol - 1895 Graz
Einer der ganz großen Maler der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts war Theodor von Hörmann, geboren am 13.Dezember 1840 in Imst in Tirol. In jungen Jahren Offizier, begann er erst als Vierzigjähriger mit dem Studium der Malerei bei Feuerbach und Lichtenfels in Wien, kam als Zeichenlehrer an die Offizierschule nach St.Pölten, unternahm Studienreisen, war gemeinsam mit Gustav Klimt einer der Mitbegründer der Wiener Sezession und ließ sich schließlich in Znaim nieder, wo er im Thayadorf im Gasthof Fasching eine Wohnung bezog. Der begeisterte Naturbeobachter hat wie kein anderer eine Fülle von Motiven von Znaim und seiner Umgebung naturgetreu wiedergegeben. So verdanken wir ihm, dass unsere Heimat in seinen zum Teil berühmt gewordenen Landschaftsbildern in der Welt bekannt wurde. In seine Znaimer Zeit fällt der Höhepunkt in seinem Schaffen; unter anderen entstanden folgende Bilder: „Znaim im Winter“ (es befindet sich in der Galerie des 19.Jahrhunderts im Wiener Belvedere), „Das große Esparsettefeld bei Znaim“, „Wintersonne in Znaim“, „Schlittschuhläufer bei Lundenburg“,“Unter Blüten“, „Des Kranken Morgenfreude“, „Nach dem Eisgange“, „Regentag“, „Ausblick über Felder“, „Weg durch Esparsettefelder“, „In den Obstgärten von Znaim zur Zeit der Blüte“, „Weingärten in Znaim“, „Mohnfeld“, „Zur Zeit der Fliederblüte“. Theodor vom Hörmann starb am 1.Juli 1895 in Graz. |
Hübner, Anton
k.k. Bezirkshauptmann
? - 1869
Er war einer der ersten, der in Südmähren der sich mit der Regionalgeschichte Südmährens befasste. Als k.k. Bezirkshauptmann veröffentlichte Anton Hübner im Jahre 1843 „Znaims geschichtliche Denkwürdigkeiten“, die er bescheidenerweise unter der anonym „von einem Schulfreunde“ signierte. Kurz nach seinem 1869 erfolgten Tode erschienen unter seinem Namen nach seinem hinterlassenen Manuskript 1869 die „Denkwürdigkeiten der königlichen Stadt Znaim“, herausgegeben von Victor Hübner und Michael Netoliczka, ein umfassendes Werk über Stadt und Landesgeschichte, Statistik, Stiftungen, Maut und Münzwesen, Privilegien sowie Verwaltungswesen. |
J
Janota, Josef
Geboren 22. Februar 1911 Zlabings, gestorben 18. März 1994 in Augsburg.
Josef Janota war Mitglied des Landtages für Baden-Württemberg, Mitglied des Stadt-und Kreistages in Schwäbisch Gmünd. Außerdem war er geschäftsführender Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen. Seine unermüdliche, erfolgreiche Tätigkeit wurde durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse gewürdigt. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
K
Kaindl, Adele geborene Stadelbacher
Dr. phil., Ministerialrätin Geboren 22. November 1912 in Wölking, gestorben 1966.
1940 trat Adele Kaindl in den Dienst der Staatsverwaltung Österreich ein und war zum Schluß Leiterin der Abteilung Musealwesen, bildende Kunst und Ausstellungswesen des Bundeministeriums für Unterricht. Adele Kaindl, erhielt das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und das Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Burgenland sowie mehrere ausländische Auszeichnungen. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Kauer, Ferdinand
Musiker und Komponist
1751 Klein Tajax - 1831 Wien
Ferdinand Kauer, geboren als Sohn eines Lehrers am 18. Januar 1751 in KleinTajax, war erster Geiger im Tanzorchester Marinelli in Wien, Chorleiter, Bratschist am Leopoldstädter Theater und ein zu seiner Zeit sehr geschätzter Komponist. Er schrieb über hundert Singspiele und einige Opern. Seine bekanntesten Werke sind das „Donauweibchen“ und die „Sternkönigin“. Er starb 1831 in Wien. |
Koch, Dr. Josef
Jugendseelsorger
1915 Saitz - 1986 Niedersulz
Langjähriger Kaplan bei St. Niklas in Znaim war Professor Dr. Josef Koch, geboren am 14.Oktober 1915 in Saitz bei Nikolsburg. Nach der Matura in Brünn studierte er Theologie in Brünn und Prag, wo er 1939 zum Priester geweiht wurde. Mit dem Schuljahr 1940/41 begann er in Znaim an der Oberschule für Mädchen Religion zu unterrichten und als dies in der Schule nicht mehr möglich war, verlegte er den Unterricht zu St. Niklas. Professor Koch war Jugendseelsorger des gesamten Generalvikariates und betreute außerdem die Pfarre Töstitz. Sein starker Einfluss auf die Jugend, der den damaligen Machthabern nicht genehm war, erzwang im Sommer 1944 seine Versetzung nach Muschau, wo er knapp nach Kriegsende den Todesmarsch der Brünner Deutschen miterlebte und vielen von ihnen oft unter Einsatz seines Lebens helfen konnte. Im Herbst 1945 fand er als Vertriebener eine neue Wirkungsstätte als Pfarrer in Niedersulz. Als Religionsprofessor wirkte er durch viele Jahre an der Lehrerbildungsanstalt in Strebersdorf und an Gymnasien in Wien. Er setzte seine Theologiestudien fort und promovierte 1962 zum Doktor der Theologie; das Thema seiner Dissertation „Landvolk einst und jetzt“ bezieht sich auch auf Südmähren. Dr.Koch, der sich stets füralle Belange seiner Landsleute einsetzte, der ein ausgezeichneter und gern gehörter Prediger bei verschiedenen Südmährertreffen und Wallfahrten in österreich – vor allem am Kreuzberg in Kleinschweinbarth – und in Geislingen, Mitinitiator des Südmährerhofes in Niedersulz war, wurde zum Obmann des Dachverbandes der Südmährer in österreich, zum Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in österreich und des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften in österreich gewählt. Auch in diesen Vereinigungen konnte er zum Wohle seiner Landsleute arbeiten. Am 7. Juli 1986 starb Dr. Koch nach langer schwerer Krankheit und wurde am Friedhof in Niedersulz begraben. |
Kramert, Klemens
Dechant
1909 Mißlitz - 1979 Klosterneuburg
Dechant Monsignore Klemens Kramert, geboren am 7.November 1909 in Mißlitz, maturierte am Gymnasium in Nikolsburg, studierte in Brünn, wo er 1936 zum Priester geweiht wurde, und kam als Kaplan nach St.Niklas in Znaim. Seit seiner Gymnasialzeit bis 1938 war er führend in südmährischen „Staffelstein“, der katholischen studentischen Jugendbewegung, tätig. Als letzter deutscher Stadtpfarrer von St.Niklas war er in der schwierigsten Zeit, da Religionsunterricht an den Schulen nicht mehr möglich war, unermüdlicher Seelsorger; seine Pfarre wurde geistiger und religiöser Mittelpunkt für die Katholiken, vor allem für die Jugend und die in Znaim eingerückten Angehörigen der deutschen Wehrmacht katholischen Glaubens. Nach seiner Vertreibung kam er nach Wien, wo er bald die Pfarre St. Michael in Wien-Heiligenstadt übernahm. Hier versammelte er die in Wien verbliebenen Znaimer Studenten zu Ausspracherunden und fand außerdem ein reiches Betätigungsfeld bei den Ausgrabungen unter der romanischen St. Jakobs-Kirche, wo ein frühchristliches Grab – höchstwahrscheinlich das des heiligen Severin – vor allem durch seine Initiative freigelegt werden konnte. Klemens Kramert gründete die Wiener Beethoven-Gesellschaft und die am Heiligenstädter Pfarrplatz veranstalteten Freikonzerte. Der Vielbeschäftigte fand aber immer wieder Zeit für seine Landsleute, betreute nach dem Tode von Dr. Zabel die Wallfahrten der Südmährer und fungierte als Sprecher der sudetendeutschen Priester in österreich. Bald nachdem er sich in der Pension in das Chorherrenstift Klosterneuburg zurückgezogen hatte, starb er dort am 3.Juli 1979. |
Kreuzinger, Anton
Geigenbauer
1873 Schönbach bei Eger - ? Znaim
Anton Kreuzinger, geboren am 1. Oktober 1873 in Schönbach bei Eger, ist laut Lütgendorff ein besonders strebsamer Meister und unablässig bemüht, das höchste Ziel zu erreichen. Seine Arbeit ist tadellos, der Ton sehr gut. |
Kübeck, Blanche
Schriftstellerin und Weltreisende
1873 Wien - 1935
Als südmährische Heimatschriftstellerin ist auch Blanche Kübeck zu nennen, die 1873 als Tochter des Reichs und Landtagsabgeordneten Mac Freiherr von Kübeck in Wien geboren wurde, jedoch oft auf dem Familiengut Lechwitz wohnte, wenn sie von ihren ausgedehnten Reisen durch Europa, Nordafrika und Kleinasien zurückkehrte. In ihren Stimmungsbildern, wie „Frühlingsstadt!‘ (Znaim), „Fischer von Erlach in Südmähren“ (Frain), „Eingrub und Feldsberg“, „Barock in Mähren“ (Nikolsburg), „Südmährische Motive“ (Znaim, Klosterbruck, Lechwitz), „Winterbild“ kann man unsere Heimat im ersten Drittel unseres Jahrhunderts anschaulich erleben. Blanche Kübeck war Mitarbeiterin verschiedener angesehener Zeitungen wie z.B. „Neue freie Presse“ und „Wiener Tagblatt“. |
Künzel, Johann
Geigenbauer
1825 Schönbach bei Eger - 1903 Znaim
Der wohl berühmteste Geigenmacher war Johann Künzl, geboren am 3. Mai 1825 in Schönbach bei Eger, der sich – wie Lütgendorff weiter berichtet – in der Welt gut umgesehen hat und zehn Jahre lang Gehilfe bei Gabriel Lemböck in Wien war, in dessen Art er in der Folge alle seine Geigen baute; diese fielen so gut aus, dass sie selbst denen Wassermanns entschieden vorgezogen werden müssen. Künzl, der seine Werkstatt zuerst in der Kalchergasse, seit 1867 in der Unteren Böhmgasse hatte, schuf außer hervorragenden Violinen Heinrich Fiby besaß eine von ihm, die er im Ton einer alten Amati gleichstellte, – noch wertvolle Violen, Baßgeigen, Gitarren und Zithern. Seine Geigen gelten als hervorragende Konzert- und Orchesterinstrumente. Johann Künzl starb am 15. November 1903 in Znaim. Seine Werkstatt übernahm sein Neffe Anton Kreuzinger. |
L
Ladner, Hofrat Prof. Dr. Gottlieb
Gottfried Ladner (Br. Klemens Maria Ladner) wurde am 26. Juli 1932 in Groß-Tajax, Südmähren geboren. 1945 wurde die Familie aus der Heimat vertrieben. Nach der Matura in Strebersdorf war er VS-Lehrer in Wien 18 und Wien 15. 1951 trat er ins Noviziat der Schulbrüder in Bordighera ein, 1958 legte er die Ewige Profess ab. 1964 schloss er das Universitätsstudium ab und wirkte ab 1963 als Erzieher, Heimleiter, Professor für Latein und Geschichte und Missionsreferent. 1978 übernahm er die Schuldirektion und die Heimleitung des Oberstufenrealgymnasiums in Strebersdorf. 1985 erhielt er das „Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“, 2013 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland NÖ. Er war 25 Jahre Obmann des Dachverbandes der Südmährer in Österreich. [hw] Quelle: https://www.ordensgemeinschaften.at/ |
Landsgesell Hans
Geb. 18. Mai 1929 in Grafendorf, Heimatkreis Znaim, Südmähren. Gest. 8. Februar 2024 in Wien, im 95. Lebensjahr.
Wer war Hans Landsgesell? Beruflich erlernte er den Beruf des Silber- und Goldschmiedes. Nach der Vertreibung 1945 wechselte er in den kaufmännischen Bereich, wo er schließlich als Verkaufsleiter für Büromaschinen 1989 seinen wohlverdienten Ruhestand antrat. Hans Landsgesell war verheiratet und Vater von einer Tochter und einem Sohn. Er lernte seine Frau im Weinviertel kennen und über Laa/Thaya landete die Familie schließlich in Wien. Sein Sohn verdiente sich hauptsächlich als Schauspieler. Wie Hans mir einmal mitteilte, war sein Berufswunsch auch Schauspieler zu werden, dieser Wunsch erfüllte sich leider nicht für ihn, jedoch für seinen Sohn. Wie es das Schicksal so wollte, traf es mich, diesen Nachruf zu erstellen! U. a. war Hans auch Schriftleiter für die „Nachrichten aus Österreich“ in unserem Heimatbrief „Der Südmährer“ von 1990 bis Ende 2014, also 24 Jahre. Aus Altersgründen legte er dieses Ehrenamt nieder, und ersuchte mich dieses Amt weiterzuführen. Ich erfüllte ihm diesen Wunsch, und wusste zugleich, dass es schwer sein wird, in seine Fußstapfen zu treten! Er war ein väterlicher Freund für mich, schließlich war er 22 Jahre älter als ich! Wir Südmährer kennen Hans Landsgesell als Südmährischen Heimat- und Mundartforscher! Die „ui“-Mundart hat es ihm angetan. Diese Mundart sprachen wir „daham“, also in Südmähren, aber auch im Weinviertel und im nördlichen Burgenland. Zwei Bücher schrieb er mit eigenen Erzählungen in der „ui“-Mundart, wobei diese parallel dazu in Hochdeutsch „übersetzt“ wurden, für jene, die die „ui“-Mundart nicht ganz verstehen können. Sein Buch „Südmährische Geschichten in heimatlicher ui-Mundart“ wurde 2003 aufgelegt im Verlag des Südmährischen Landschaftsrates, Geislingen/Steige, welches hoffentlich noch erhältlich ist. Zu diesem Buch gibt es auch eine CD, wo er 10 seiner Geschichten selbst in der „ui“- Mundart rezitierte! Auch konnte man ihn persönlich erleben, z. B. bei Eröffnung des Südmährischen Heimatmuseums in Laa/Thaya, wo er seine Geschichten, die immer einen Südmährischen Bezug hatten, zum Besten gab. Da spürte man, dass ein Schauspieler an ihm verloren ging. Hans Landsgesell betätigte sich über 50 Jahre in der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Er war Obmann, Schrift Kulturreferent, Rechnungsprüfer, und wie schon erwähnt, Schriftleiter in Österreich für den Heimatbrief „Der Südmährer“. Ab 1989 war er Organisator und Initiator der Seminare für „Südmährische Kultur und Vereinsarbeit“ in Strebersdorf. Außerdem war er aktives Mitglied der österr. Mundartfreunde. Hierzu beispielgebend die möchte ich „Bacher-Runde“ in Zellerndorf erwähnen. Nicht unerwähnt soll auch bleiben, dass er nach der Vertreibung, einer der Gründer der Sudetendeutschen Jugend in Österreich war. Im Laufe seines Lebens wurde Hans Landsgesell mit den verschiedensten Auszeichnungen geehrt, dazu nur eine Auswahl: 1958: Das Ehrenzeichen des Hauptverbandes der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich. 1991: Das große Ehrenzeichen in Gold der Landsmannschaft „Thaya“. 1993: Das Südmährische Ehrenzeichen in Gold des Südmährischen Landschaftsrates (heute Südmährerbund). 1994: Die Wappennadel in Silber der Stadt Laa/Thaya. 1996: Den Prof. Josef Freising-Preis (siehe dazu auch die Laudatio von Leopold Fink im Südmährischen Jahrbuch 1998). 2007: Den Südmährischen Kulturpreis verliehen vom Patenschaftsrat der Stadt Geislingen/Steige (auch dazu gibt es eine Laudatio, von Walfried Blaschka im Südmährischen Jahrbuch 2009). Hans Landsgesell war ein Hüter unserer Kultur! Dafür ein herzliches „Vergelt’s Gott“, wie Leopold Fink in seiner Laudatio bemerkte. Dazu können sich alle Südmährer nur anschließen, wie ich meine! Franz Schneider mit Unterstützung von Heinz Fischer Und hier zur Erinnerung eine der Erzählungen in Mundart von Hans Landsgesell: Wia der Hergott dure’s Südmährerlaund g’waunert ist S is schau a Zeit hergwest, wo unser liaber Hergott d Wölt erschoffa hot. Owa er wül nau amol nohschau, ob ols richte is und ob dejn Erdnkienern nau wos fahln tat. Also waunert er nau amol dure’s Laund. So kimt er a auf dejn Fleck, wos ma haint Südmährn nejnt. Er faungt auf da linkn Seitn au, wo Neubistritz liegt. Er schaut d Hügln auf und d Hügln oh, er siacht de wunerschejn Woldungen und de grean Wiesn und es gfollt eahm sölba. „Nau schej(n) is do“, denkt er bei eahm. „Owa frogst holt oan, der wos do hoamisch is, ob nau wos fahlt. Und richte kirnt schau oana des Wegs; der bleibt stej(n) und sogt: „Griaß God, a schejns Weda hauma haint.“ „Jo“, sogt da Hergott, „owa wos i wissn mecht, ob dir nau wos fahlt in dein Lebn, ob’s da nau wos winschn tat’st.“ Der guite Mau dejnkt a Want noh und sogt: „0 jo, i wissert schau wos: de Meinegn und i, mir essn holt so vül gern d Fisch und do warn holt a poar Teichtn grod recht.“ „Wauns weida nix is“, sogt da Hergott, „de sollts zohlreich haum.“ Und so is da „Schönteichgau“ entstaundn. Unser Hergott geht a schejns Schtuck weida, und kimt i de Gegnd, wo haint Zlabings liegt. De Laundschoft gfollt eahm wieder guit und er siacht mit Wohlgfolln, daß se do ollerliabst a Flüßl dure’s Laund schlanglt. „Nau“, dejnkt er se, „de kunntn jo do eh fischn, owa vielleicht fohlt eahn sunst wos.“ Wiar er so in Gedanka duren Wold schtroaft, siacht er a poar Weiwa – Kiener san a dabei – bein Heidlbeer brocka. Wiar er nachada kimt, muiß er a wene schmutzn iwa de schworzn Goscherln vo de Kloan. „Meine liabn Leit“, sogt da Hergott, „i siach, daß ejnk meine süßn Gobn schmeckan, owa eppa falt ejnk do nau des ane oder’s aunere. Sogt’s ma’s ner, ös derfts ejnk wos wünschn.“ „Wos ma braucha kuntn“, sogt do drauf a kuraschierts Weiwaleit, „dös war a Földfrucht, de wos sicher in uns ern Grund wochsn tat, wos uns sicher in Hunger stillert und wo mer a Sau fiaern kunt damit.“ „Nau, dös laßt se mocha“, gibt ihr da Hergott za der Auntwort. „Dös san d’Erdäpfln, de haum mer ejntern großn Wossa schau prowiert. De san zem recht zfriedn damit.“ Und so san in Zlabingser Landl d Erdäpfln hoamisch woarn. Ma glabert nit, wos d Leit olls gmocht haum draus, augfaungt vo de Erdäpflknödeln bis zu de Mohnnudln und de Powidltascherln. D Mejnschn san für de Gottesgob ollaweil daunkbor gwest. Iwahaupt in Notzeitn. Unser Hergott vergißt owa neahm, und so marschiert er weider i de Gegnd, wo dös wunerschejne Thayatol liegt, i unsern heintegn Bezirk Znoam. Er waunert dure Föld und Flur, d Sunn locht iwars Laund und unsern Hergott wirds worm ums Herz. „De Leitln“, dejnkt er se, „kuntn eigentle zfriedn sei, owa haum se de aunern wos wünschn derfa, solln de a nit z’kurz kejma.“ Er braucht nit laung suicha, do kimt eahm schau a jungs Paarl entgegn. Er schaut g’sund und kräfti aus, hot a schejne braune Fore vo der Luft und vo der Sunn. Sie hot schejne launge Zöpf, a rotprachtigs Gsicht und um d Mitt – kimt unsern Hergott für – is a wejne dick. „Nau, wird wos Kloans unterwegs sei“, dejnkt er se. De zwoa griaßn a mit an freindlign „Griaß God’’ und wölln glei wieder weider. „Nau, holts ei(n) a bißl“, sogt da liawe Gott. „Amejnd kunt i ejnk an Wunsch erfülln.“ „Ojo, des war ma recht“, moant des junge Wei und wird a wejngerl rot. „I hät so vül an Gluster auf a saure Gurkn.“ „Nau wauns sunst nix js“, locht da liawe Gott, „de sollts reich erntn. Unser Hergott hot sei Woart g’holtn. Und wia’s olle wißts, wo d Umurkn wochsn, wochsn a de Paprika, de Fisoln, s Kraut, der Karfiol, de Paradeiser, d Melaunen, d Riwisln, d Ogrosln, de Kerschtn, d Marüln, de Pferscha und sunstige guite Sochan. A kloans Paradies. Da Hergott is mit sein Werk sehr z’friedn gwest, geht owa, weil’s no höll is, weida gegns haintige Nikolsburg zui. D Laundschoft hebt und senkt se floch, hot fruchtbore Bödn, is durchzogn vo der Thaya und wird überrogt vo de Pollauer Beregn, de wos der Laundschoft an reizvolln Charakter gebn. Wia scho bold d Sunn untergeht, trifft er af an öltrn Mau, der wos grod hoamzui geht. Weils Summer is und der Mau in gaunzn Toh gorwat hot, is er sauber durschte gwest. Unser Hergott holtn en auf und stöllt eahm de nämliche Froh noh an Wunsch und ob eahm do wos fahln tat. Der guite Mau gfreit se iwa de Froh und sogt: „O jo, dejn Wunsch hät i schau. Mir brauatn a guits Getränk, wos in Duascht löscht, was kräftigt und was a lusti mocht.“ „Nau“, moant da Hergott, „dös loßt si mocha, d Hügln san do, a guiter Bodn a und vül Sunn. I schejnk da Wei(n)schtöck, do kaust an Wei(n)ert aussetzn.“ Wia’s eahm da Herr grotn hot, so tuits unser Laundsmau. Er setzt de Wei(n)stöck, lest de Wei(n)beer, preßts und mocht an Wei(n) draus. Und weil unser liaber Hergott wissn mecht, wos unser Laundsmau aus dejn Gottesgeschenk mocht und wia na se dabei auschtölt, woart er bis der Wei(n) firte is. wias so weit is, schejnkt eahm unser südmährischer Wei(n)bauer an Becher voll au und sogt: „Wülstn kostn?“ Da Hergott sogt „Gsundheit“ und weil eahm da Wei(n) wirkte guit schmeckt, trink er dejn Becher laar. Er is iatzt in guiter Stimmung und so frogt er unsern Laundsmau: „Wos wüllst nau?“ Der schmunzt, holt d Haund auf und sogt: „An Guldn, fufz Kreiza.“ Da Hergott verzeiht eahm dejn Gschpoaß, dejnkt se owa: „Bevor meine Leitln iwamiate wern zoig i mi liawer in mein Himmel zruck.“ Und seither hot’n auf Erdn neahm mehr gsehgn.
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Latzl, Benedikt
Orgelbauer
1818 Znaim - ? Znaim
Nachfolger es Orgelbauers Ignaz Reinhold war Benedikt Latzl, geboren 1818. Von ihm stammen die Orgeln in Niedernondorf, Chwallatitz, Großweikersdorf, Schattau, Bergen, Zulb, Rappottenstein, Neusiedl, Großmaispitz, Datschitz, Kirchbach, Schiltern, Jamnitz, Naschetitz und Woikowitz. |
Lederer, Hugo
Bildhauer
1871 Znaim - 1940 Berlin
In Znaim am 16.November 1871 geboren wurde der spätere Professor Dr. h.c. Hugo Lederer einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit. Seine Ausbildung begann er an der Znaimer Fachschule für Tonindustrie und verwandte Gewerbe, anschließend war er drei Jahre lang in einem Erfurter Kunstgewerbeatelier und von 1890 bis 1892 beim berühmten Bildhauer Johannes Schilling in Dresden, hernach in Berlin. Seit 1915 lehrte er an der dortigen Akademie. Er schuf hauptsächlich Denkmäler von kompakter plastischer Geschlossenheit in klaren einfachen Formen. Seine erste Arbeit war das Relief der beiden Lützowschen Reiter, die traurig das leere Pferd eines dritten Husaren mit sich führen. Schon bei diesem Werk erweckte die Art der Modellierung Aufsehen. Zu seinen Werken zählt vor allem das monumentale Bismarck-Denkmal in Hamburg, der Fechter in Breslau, Kriegerdenkmäler in Berlin und Eisenach, Büsten von Richard Wagner, Max Planck sowie Denkmäler berühmter Männer. Hugo Lederer starb am 1.August 1940 in Berlin. |
Leeb, Floridus Johann
Probst des Stiftes Klosterneuburg und Rektor der Universität Wien
1731 Wien - 1799 Nikolsburg
Floridus Johann Leeb wurde in Nikolsburg geboren, und zwar am 5. Mai 1731. Nach den Gymnasialstudien in seiner Heimatstadt trat er 1749 in das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg ein, 1755 zum Priester geweiht, wurde er Stiftsbibliothekar, promovierte 1765 zum Doktor der Theologie, wurde 1770 Stiftsdechant, 1782 Propst des Stiftes Klosterneuburg und 1786 Rektor der Universität Wien. Es gelang ihm, die von Joseph II. vorgesehene Aufhebung des Stiftes zu verhindern. Im heutigen 21. Wiener Gemeindebezirk stellte er 1785 armen Leuten kostenlos Stifts-Grundstücke zur Verfügung, die in Dankbarkeit ihre neue Siedlung ihm zu Ehren „Floridsdorf“ nannten. Floridus Leeb starb am 13.August 1799. |
Leisner-Bühler Liesbeth
Frau Bühler wurde am 16. 10. 1939 in Znaim als Tochter von Ernst Leisner und seiner Frau Maria, geb. Meduna geboren. Der Vater starb früh, 1944 an Tuberkulose. Nach dem Bombenangriff im April 1945 auf Znaim wurde die Familie in den Böhmerwald evakuiert, im Juli zurück nach Znaim, wenige Tage später nach Öster reich vertrieben. In Wien durften sie nicht bleiben und so brachte sie im April 1946 ein Vertriebenentransport nach Württemberg. In Marbach am Neckar ging sie zur Schule, gründete 1955 eine sudetendeutsche Jugendgruppe, die fast 30 Jahre Bestand hatte. Ihr Talent für die Nadelarbeit brachte ihr den beruflichen Titel der Schneidermeisterin und der Bekleidungstechnikerin. Ihre Leidenschaft für Stoffe nutzte sie dazu, die Südmährische Sing- und Spielschar, Moravia Cantat, farblich ansprechend in die Südmährische Festtagstracht zu kleiden. Ebenso intensiv widmete sie sich der Sammlung und Archivierung von heimatlichen Kleidungsstücken in unserer Geschäftsstelle in Geislingen an der Steige. Ihr Selbst-Bekenntnis: „Fast mein ganzes Leben habe ich in zwei Ebenen gelebt, einmal in der Gegenwart, mit beiden Beinen am Boden, interessiert an allem, was in der Welt geschieht. In der anderen Ebene versuche ich festzuhalten, was mittler weile unerreichbar und unwiederbringlich verloren ist, das Sehnsuchtsland, das Land meiner Vorfahren, wohin ich gehöre und wo ich daheim bin.“ Der Südmährerbund e.V. wird ihr in Anbetracht ihrer großen Verdienste um das Trachtenarchiv, der jahrelangen textilen Betreuung von Moravia Cantat – dieses Vermächtnis wird bleiben – ein ehrendes Andenken bewahren.
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Linke, Dr. Franz
Probst von Nikolsburg
1880 Jägersdorf - 1944 Nikolsburg
Als mit 1. Oktober 1938 die deutsch besiedelten Gebiete der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich abgetreten wurden, kam das deutsche Südmähren zum Reichsgau Niederdonau. Damit war der südliche Teil der Diözese Brünn durch die neue Staatsgrenze von der Bischofsstadt abgetrennt. Südmähren blieb zwar weiter im Verband der Brünner Diözese, wurde aber zu einem eigenen kirchlichen Verwaltungsbezirk, dem Generalvikariat für den deutschen Teil der Diözese Brünn. Der Generalvikar vertrat in diesem Teil der Diözese den Diözesanbischof und hatte dementsprechende kirchliche Rechte und Vollmachten. |
Ludwig, Siegfried
Politiker
1926 Wostitz - 2013 St. Pölten
Siegfried Ludwig besuchte in Znaim das Gymnasium, im Jahr 1944 wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft zog er 1946 nach Österreich und studierte bis 1953 als Werkstudent Rechtswissenschaft. 1954 trat er in den niederösterreichischen Landesdienst, wo er sich in der Personalvertretung und im ÖAAB engagierte. Von 1964 bis 1969 war er ÖVP-Abgeordneter im Landtag von Niederösterreich, anschließend bis 1981 Landeshauptmannstellvertreter und von 1981 bis 1992 Landeshauptmann von Niederösterreich. Er folgte damit Andreas Maurer. Zuletzt lebte er in seiner Heimatgemeinde Perchtoldsdorf, wo er auch einige Jahre Bürgermeister war und Ehrenbürger ist. Seine Verwicklung in den WBO-Skandal Anfang der 1980er Jahre wurde nie restlos geklärt, da die ÖVP im Landtag einen Untersuchungsausschuss ablehnte.In seine Ära fiel die von ihm initiierte Landeshauptstadtfrage, nach der die Stadt St. Pölten die niederösterreichische Landeshauptstadt wurde. Erst nach und nach wurde das neue Landhausviertel geschaffen und die Landesregierung, das Amt der NÖ Landesregierung sowie weitere Institutionen zogen aus Wien in die neue Landeshauptstadt an die Traisen.Auch der Bau des Marchfeldkanals fiel in seine Zeit, ebenso wie die Gründung der heutigen Donau-Universität Krems. Auch die Teilprivatisierung der EVN wurde unter seiner Ägide durchgeführt. Er war Mitglied in mehreren Verbindungen des MKV (KÖStV Aggstein St.Pölten, KÖMV Nibelungia St. Pölten) und des ÖCV (KÖStV Austria, KÖAV Floriana). Er ist einer der wenigen Ehrenbürger des Landes Niederösterreich (1992) und Träger des Ehrenrings des Landes Niederösterreich (1986). Nach seiner politischen Tätigkeit war er im Aufsichtsrat der Flughafen Wien AG, der AUA sowie als Aufsichtsratsvorsitzender der EVN tätig. Weiters war er Obmann der Wohnbaugenossenschaft Alpenland. (Quelle: Wikipedia) |
Luksch, Josef
Landwirt und Reichsratsabgeordneter
1862 Lodenitz - 1936
Als Sohn eines Landwirts übernahm er 1886 die Bewirtschaftung des väterlichen Besitzes, wandte sich aber daneben bald auch Fragen des gesamten mährisch Bauerntums zu. Schon in jungen Jahren wurde er leitendes Mitglie der mährischen Ackerbaugesellschaft in Brünn, 1893 gründete er die Spar- und Darlehenskasse in seiner Heimatgemeinde und hatte wesentlichen Anteil an der Gründung des Zentral-Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften Mährens, Schlesiens (und der Slowakei), in dessen Vorstand er als Vertreter Südmährens gewählt wurde; ab 1902 34 Jahre lang Verbandspräsident, war er außerdem auch Obmann bzw. Mitglied des Aufsichts- und Verwaltungsrates zahlreicher wirtschaftlicher, genossenschaftlicher und kultureller Organisationen (z. B. Mitglied der deutschen Sektion und des Zentralkollegiums, des mährisch Landeskulturrats). Neben der berufsständischen und national-völkischen (Mitbegründer des „Bundes der Deutschen Süd-Mährens, Anteil an der Bildung des „Bundes der Deutschen in Mähren“, an der „Sudetendeutschen Volkshilfe“ etc.) entfaltete Luksch auch eine rege politische Wirksamkeit: 1894–1900 Bürgermeister von Lodenitz, ab 1893 mährischer Landtags-, ab 1900 Reichsratsabgeordneter; war auch wiederholt Mitglied der österreichisch-ungarischen Delegation und des Österreichischen Staatsrates, 1920 Senator und zeitweise auch Vizepräsident des Senats der Tschechoslowakei. Vor allem durch seine intensive Beschäftigung mit allen wirtschaftlichen Fragen gehörte Luksch, unter dessen Leitung die genossenschaftliche Organisation in Mähren eine hervorragende Entwicklung nahm, zu den führenden Persönlichkeiten der Landwirtschaft in Mähren. |
M
Maulpertsch, Franz Anton
Maler
1724 Langenargen - 1796 Wien
Der Maler Franz Anton Maulpertsch, der wohl bedeutendste Künstler des ausgehenden österreichischen Barock, geboren 1724 in Langenargen am Bodensee, gestorben 1796 in Wien, wo er seit 1739 ansässig und seit 1770 Professor an der Akademie war, schuf unter anderem das Hochaltarbild „Heiliger Hyppolyt“ und die Fresken in der Kuppel der Propsteikirche Pöltenberg, das Hochaltarbild in der Dominikanerkirche in Znaim, „Das letzte Abendmahl“ für das Refektorium, Fresken im Sommersaal und in der Bibliothek des Stiftes Klosterbruck, das Altarbild „Hl.Johann Nepomuk“ in der Piaristenkirche in Nikolsburg, Altarblätter für die Kirchen in Frain, Proßmeritz, Erdberg, Urbau und die wunderbaren Deckenfresken in der Kirche in Mühlfraun und in der Piaristenkirche in Nikolsburg. |
Meister, Richard
Pädagogikprofessor
1881 Znaim - 1964 Wien
Stellvertretend für die vielen aus Südmähren stammenden Männer der Wissenschaft möchte ich abschließend den am 5.Feber 1881 in Znaim geborenen ordentlichen Universitätsprofessor für Pädagogik an der Universität Wien Dr. phil. Richard Meister nennen, der ein ungemein gebildeter Mann war. Er studierte in Wien Indogermanische Sprachwissenschaft, Klassische Philologie und Philosophie. Diese Studien schloss er 1904 mit dem Doktorat und 1905 mit der Lehramtsprüfung aus Latein und Griechisch als Hauptfächer, Deutsch als Nebenfach ab, die er dann noch um jene aus Philosophischer Propädeutik erweiterte. Von 1907 bis 1918 war er Gymnasialprofessor in Znaim und Wien, ab 1918 außerordentlicher Professor an der Universität Graz, ab 1920 an der Universität Wien bis 1923 seine Ernennung zum ordentlichen Professor für Pädagogik an der Wiener Universität erfolgte. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen und genoss internationalen Ruf. Als langjähriger Präsident der österreichischen Akademie der Wissenschaften hat er sich um diese Institution und um die Förderung der wissenschaftlichen Arbeit in österreich größte Verdienste erworden. Nach dem Krieg hat er vielen heimatvertriebenen Studenten, deren Dokumente, insbesondere das Maturazeugnis, in Verlust geraten sind, hilfreich den Weg zur Immatrikulierung und damit zum Studienbeginn geebnet. Im Studienjahr 1949/50 war er Rektor der Alma Mater Rudolfina. Professor Meister starb am 1. Juni 1964 in Wien. |
Mendel, Gregor
Biologe
1822 Heinzendorf bei Odrau - 1884 Brünn
Der zu den größten Biologen zählende Johann Gregor Mendel, geboren am 22. Juli 1822 in Heinzendorf bei Odrau im Kuhländchen (Nordmähren), studierte Philosophie in Olmütz, trat 1843 in den Augustinerorden in Alt-Brünn ein, war von 1849 bis 1851 „subplierender Gymnasiallehrer“ für naturwissenschaftliche Fächer am Gymnasium in Znaim, bezog anschließend für drei Jahre die Universität Wien und kehrte 1854 als Lehrer an die Staatsrealschule in Brünn zurück, an der er bis zu seiner einstimmig erfolgten Wahl zum Abt des Augustinerstiftes in Altbrünn im Jahre 1868 unterrichtete. Im Garten dieses Klosters führte er seine berühmten Kreuzungsversuche mit Erbsen, Bohnen und anderen Pflanzen durch. Seine ersten diesbezüglichen Versuche mit Erbsen und Fisolen erfolgten jedoch im Schulgarten unseres Znaimer Gymnasiums in der Schulgasse, in welchem wir bis 1944 unterrichtet wurden. Unser Biologieprofessor hat uns immer wieder darauf und auf die Bedeutung dieses Forschers hingewiesen. Aus den Ergebnissen der Kreuzungen konnte Mendel Vererbungsgesetze ableiten, eine neue Wissenschaft, die zur Grundlage der experimentellen Genetik wurde. Er stellte bestimmte Gesetzmäßigkeiten fest, die nach ihm Mendelsche Regeln genannt werden. Seine Entdeckung, die er 1865 in der Schrift „Versuche über Pflanzenhybriden“ (unter Hybriden versteht man Pflanzenbastarde) veröffentlichte, blieb von der Wissenschaft unbeachtet und geriet bald in Vergessenheit. Seine Arbeit wurde im Jahre 1900 von drei Forschern, nämlich dem Holländer Hugo de Vries, dem Deutschen Carl Correns und dem österreicher Erich Tschermak Edler von Seysenegg, unabhängig voneinander fast gleichzeitig wiederentdeckt. Der Schöpfer der Vererbungslehre, der sich auch mit Bienenzucht befasste sein Ziel war eine leistungsfähige neue Bienenrasse starb am 6. Januar 1884 und wurde am Brünner Zentralfriedhof in der Gruft der Kommende beigesetzt. Seine Büste wurde 1983 in der Walhalla bei Regensburg aufgestellt, was unter anderem auf die Initiative der Sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde und der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Deutschland zurückzuführen ist. |
Müller, Josefa "Peppa"
Malerin
1919 Untertannowitz - ?
Als Drittälteste von fünf Kindern wuchs sie zweisprachig tschechisch-deutsch auf. Bereits mit 16 Jahren ging sie in den Dienst zu einer tschechischen Familie in Preßburg (Slowakei) bis 1938. 1940 begann sie ihr Kunststudium in Wien bei Prof. Karl Sterrer. 1947, nach Deutschland vertrieben, trat sie dem Fuldaer Künstlerbund bei. Im Alter befasste sie sich mit einer neuen Leidenschaft: dem gärtnern. |
O
Oborny, Adolf
Schuldirektor
1840 Altstadt/Nordmähren - 1924 Znaim
Eng befreundet mit Johann Gregor Mendel war der Naturforscher und Botaniker Professor Adolf Oborny. Geboren 1840 in Altstadt in Nordmähren, studierte er in Brünn, wurde hier Lehrer an der Staatsrealschule, wo er in den Jahren 1865 bis 1868 Kollege Mendels im Lehrkörper war. Gemeinsames Wirken und Forschen verband beide auch nach dem Ausscheiden Mendels aus dem Unterrichtsfach. Oborny wurde 1871 zum definitiven Professor an der Landesoberrealschule in Znaim ernannt, wo er dann 27 Jahre ohne Unterbrechung verblieb. Nachdem er einige Jahre als Schuldirektor in Leipnik gewirkt hatte, verbrachte er auch seine Pensionsjahre in Znaim, dem Südmähren zur Heimat wurde. Er schrieb über die Flora des Znaimer Bezirkes und des Landes Mähren und galt als unerreichter Kenner der Habichtskräuter, Moose und Flechten. Der in ganz Europa in seinem Fach bekannte Forscher, der bis zuletzt mit namhaften Vertretern der Wissenschaft in reger Verbindung stand, starb am 28. April 1924, in Znaim. |
Österreicher, Anton
Geboren 12. Mai 1912 in Zlabings, gestorben 2. Dezember 1992 in Wiesbaden.
Von 1969 bis 1977 war Anton Österreicher Bürgermeister von Medenbach bei Wiesbaden und viele Jahre hindurch in der Kommunalpolitik und im Vereinswesen tätig. Anton Österreicher wurde 1979 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und 1978 wegen seiner großen Verdienste um das Wohl der Gemeinde der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
P
Paar, Emmerich
Maler Geboren 20.11.1900 Laskes bei Zlabings; gestorben am 14.12.93 in Oberboihingen.
Er ging in Laskes in die Volksschule und danach in die Bürgerschule nach Zlabings. Von 1916 bis 1927 lebte er in Mürzzuschlag in der Steiermark und lernte dort den Beruf des Malers und Anstreichers. Paar kehrte im Jahre 1928 in seine Heimat zurück und machte sich selbstständig. Bereits 3 Jahre später heiratete er die Gastwirtstocher Johanna Fellinger, mit welcher er drei Kinder hatte. Im 2. Weltkrieg geriet er in Gefangenschaft und kehrte im Jahre 1947 zurück. Er fand seine Familie aber erst im Jahre 1948 in Esslingen am Neckar wieder. Nun begann er wieder eine eigene Malerwerkstatt aufzubauen. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1971 wandte sich Paar seinem Hobby der Malerei zu. Zusammen mit Franz Sprinzl gab er für die Jahre 1972, 1973 und 1977 einen Kalender mit „Motiven unserer Heimat“ heraus, 1974 und 1975 einen Kalender für die Deutschen aus dem Buchenland, der früheren Bukowina. Er erschuf viele feine Feder- und Bleistiftzeichnungen, Aquarelle und Ölbilder. Aufgrund seiner ruhigen Hand die es ihm erlaubte feinste Zeichnungen zu malen, zeichnete er alle Wappen und Siegel für das Buch „Die Siegel der Stadt Zlabings im Laufe der Jahrhunderte“, das er 1971 veröffentlichte. Eine sehr genaue Kenntnis und Feinarbeit erforderten seine gezeichneten Pläne und Gebietskarten für die Kreise Zlabings und Neubistritz. Beachtenswert sind seine diffizilen Federzeichnungen und die vielen Ansichtskarten mit den markantesten Gebäuden und Plätzen seiner Heimat. Beim 31. Bundestreffen 1975 in Geislingen/Steige stellte Emmerich Paar 150 Bilder aus. Frühzeitig arbeitete Emmerich Paar im Südmährischen Landschaftsrat mit. Von 1961 bis 1969 war er Stellvertreter des Kreisbetreuers des Kreises Zlabings, ebenso Stellvertreter des Kulturreferenten. Ab 1969 bis 1980 war er Kreisbetreuer. Für seine Verdienste erhielt er vom Südmährerbund:
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Platzer, Johann
Parlamentsabgeordneter
1880 Brünn - 1946 Großrammerschlag
1925/38 BdL-Parlamentsabgeordneter des Wahlkreises Budweis-Pilsen |
Pock, Alexander
Maler
1871 Znaim - 1950 Wien
Der in Znaim am 6.Jänner 1871 geborene Maler Professor Alexander Pock hat seine Heimat in vielen schönen Bildern festgehalten, jedoch allgemein berühmt wurde er als Historien und Militärmaler. Die bis in kleinste Einzelheiten getreue Wiedergabe der Uniformen, Dienstgrade, Auszeichnungen und Fahnen sowie die einmalige Darstellung von Tieren, besonders von Pferden, begründeten seinen Ruhm in der ganzen Donaumonarchie und deren Nachfolgestaaten. Pock starb am 19.November 1950 in Wien. |
Polly, Eleonora
Geboren 25. Mai 1915 in Alt-Hart, gestorben 7. März 2004 in Rottweil.
Eleonora Polly war Heimatforscherin und Heimatschriftstellerin. Sie veröffentlichte vor allem im „Südmährischen Jahrbuch“ und in der Monatszeitschrift „Der Südmährer“. In Maschinenschrift vorliegende Arbeiten sind u.a. „Geschichte der Marktgemeinde Alt-Hart“, bearbeitet nach Unterlagen des Oberlehrers Rudolf Hruschka, ebenso: 1983 „Gedenkbuch der Gemeinden Hostes, Lidhersch, Lipolz und Petschen“, „Zlabings-Bilder einer alten Stadt. 1986 erschien die „Zlabingser Bilderbibel“ – ein heimatliches Betrachtungsbuch, 1985 „Topographie des Zlabingser Ländchens“ und das Buch „Zlabings und das Zlabingser Ländchen“. Sie schrieb zahlreiche Reisebeschreibungen und umfangreiche Übersetzungen aus dem Tschechischen ins Deutsche, die hauptsächlich Südmähren betrafen. Beim 30. Südmährertreffen 1978 in Geislingen fanden bei einer Ausstellung ihre maschinengeschriebenen Bücher allseits große Beachtung. Ab 1966 war Eleonora Polly Trägerin des Südmährischen Ehrenzeichens in Gold, 1972 des Ehrensiegels der Stadt Zlabings. 1978 wurde ihr der Prof.-Josef-Freising-Preis und 1985 die silberne Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. 1978 erhielt sie für die geleistete Arbeit im Dienste der Heimatforschung eine Ehrenurkunde. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Pristl Konrad
Konrad Pristl wurde am 21. Juni 1937 in Klein Grillowitz (Südmähren, heute Tschechien) geboren.
Als die Familie 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurde, kam sie zuerst nach Laa a.d. Thaya. Bald darauf konnten seine Eltern in Großharras ein Gasthaus übernehmen und somit auch in Österreich eine neue Existenz gründen. Als in Laa/Thaya das „Südmährische Heimatmuseum Thayaland“ gegründet wurde, war es Konrad Pristl ein großes Anliegen, auch für seinen Geburtsort Klein Grillowitz eine Ausstellungsfläche zu gestalten. Dazu stellte er aus seinem Besitz zahlreiche Exponate zur Verfügung, wie die Festtagskleidung und die Handkurbelnähmaschine seiner Mutter sowie den Eisenpflug, welcher auf abenteuerliche Weise aus der alten Heimat nach Österreich „herübergebracht“ werden konnte. Konrad war seit knapp 40 Jahren Vorstandsmitglied des Heimat- und Museumsvereins Thayaland, welcher das Museum betreibt. Der ehemaligen Heimat, seiner Kultur und Sprache zu gedenken war für ihn ein überaus wichtiges Anliegen. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, auf die Ungerechtigkeit und das Verbrechen der Vertreibung aus der südmährischen Heimat hinzuweisen. So nahm er sich gerne die Zeit, um bei Führungen von Gruppen und Schulklassen durch das Museum über seine persönlichen Erlebnisse zu berichten. Auch als „Zeitzeuge“ wurde er gerne in Schulen eingeladen, weil er es hervorragend verstand, sein Publikum zu fesseln. Dies gelang ihm auch als Vortragender von Gedichten und meist heiteren Geschichten, die er authentisch in der sogenannten „Ui-Mundart“ rezitierte, die meisten davon auswendig. In seiner unnachahmlichen Art trug er als Publikumsmagnet jahrelang zum guten Gelingen etlicher Veranstaltungen der Südmährer bei.
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R
Reinold, Ignaz
Orgelbauer
1777 Znaim - ? Znaim
Die Orgel in Stoitzendorf, vom Orgelbauer Josef Silberbauer begonnen, vollendete sein Schüler Ignaz Reinold, geboren 1777. Er baute Orgeln in folgenden Pfarrkirchen: Althart, Taßwitz, Jetzelsdorf, Kleintajax, Roggendorf, Töstitz, Mühlbach, Klosterbruck, Altpetrein, Poppitz und Probitz. |
Reithoffer, Johann Nepomuk
Gummiwarenfabrikant und Erfinder
1791 Feldsberg - 1872 Wien
Johann Nepomuk Reithoffer war Industriepionier in Nikolsburg. Dort ließ sich der 1791 in Feldsberg geborene nach Lehr und Wanderjahren als Schneidermeister in Nikolsburg nieder und unternahm hier Versuche mit einer Verbindung von Textilien und Kautschuk. Nachdem die Schneiderzunft eine Konzessionserteilung für die Erzeugung wasserdichter Regenbekleidung verhinderte, ging Reithoffer nach Wien, wo er 1824 ein Unternehmen zur Erzeugung von Regenbekleidung aus Kautschukgewebe gründete. Die noch heute existierenden Firmen Reithoffer und Semperit basieren auf der Erfindung dieses genialen Mannes, welcher der Erfinder der Kautschukweberei und der erste Gummiwarenfabrikant gewesen ist. Reithoffer starb im Jahre 1872. |
Renner Dr., Karl
Österreichischer Bundespräsident
1870 Untertannowitz - 1950 Wien
Dr. Karl Renner, am 14. Dezember 1870 in Untertannowitz geboren, wurde er nach Studien am Gymnasium in Nilmlsburg und an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Er war Staatsbibliothekar der Reichsratsbibliothek, gehörte als sozialdemokratischer Abgeordneter der Volksvertretung des alten Österreich und der ersten Republik an und war 1918-1919 Leiter der Staatskanzlei. Ob er damals als Staatskanzler alles in seiner Macht Stehende getan hat, um die kampflose Überlassung Deutsch-Südmährens durch rasche Aufstellung neuer Truppeneinheiten zu verhindern, mag dahingestellt bleiben. Laut der im Nachlaß des am 20.Feber 1979 in Wien verstorbenen Generals Karl Bornemann vorgefundenen Aufzeichnungen hat er sich diesbezüglich gegen seine Parteikollegen, nämlich seinen damaligen Unterstaatssekretär im Staatsamt für Heerwesen Dr. Deutsch, der dem linken Flügel der Sozialdemokratischen Partei angehörte, und gegen den damaligen Oberst und späteren Bundespräsidenten Theodor Körner, die beide für die Aufstellung von Volkswehren auf Söldnerbasis unter Soldatenräten eintraten, nicht durchgesetzt. Die zeitgerechte Verabschiedung eines entsprechenden ‚Kehrgesetzes wurde durch Deutsch verhindert; wahrscheinlich im Einvernehmen mit Körner und General Boog, der als Oberbefehlshaber seit 18.November 1918 immer wieder den Befahl gab, bei Zusammentreffen mit tschechischen Verbänden keinen Widerstand zu leisten. Es dürfte bisher ungeklärt sein, in wessen Auftrag Boog diese Befehle gab. Vielleicht hätte die neugebildete deutschösterreichische Regierung bei einer Verteidigung der durch den Waffenstillstandsvertrag berechtigten Gebietsansprüche in DeutschSüdmähren eine andere Entscheidung in St.Germain bewirken können. |
Rottmayr, Johann Michael
Maler
1654 Laufen/Bayern - 1730 Wien
Vom Maler Johann Michael Rottmayr, einem der angesehensten und meistbeschäftigten Barockmaler, geboren 1654 in Laufen in Bayern, gestorben 1730 in Wien, stammen die Kolossal-Fresken im Ahnensaal des Schlosses Frain und das Deckengemälde in der Schloßkirche in Frain. |
Ružička, Othmar
Maler
1877 Wien - 1962 Wien
Wie kaum ein anderer Künstler hat Othmar Ruzicka in seinen Bildern südmährisches Volksleben dargestellt: die bunten Trachten der Kroaten und Kroatinnen in seiner nächsten Umgebung. Aber auch Wischauer Mädchen, Bauern bei der Arbeit, Weingärtner bei einem Glas Wein im Keller, Schnitter auf dem Feld oder Fischer am Fluss. Er war ein Meister des Genrebildes. Ab 1877 studierte er in Wien an der Kunstakademie. Die Gesellschaft bildender Künstler ehrte den vom Schicksal mehrfach schwer getroffenen Maler 1947 mit der Verleihung des „Goldenen Lorbeer“ und Bundespräsident Dr. Renner verlieh ihm 1949 den Professorentitel. Weitere hochrangige Preise folgten. |
S
Schmidt, Anton
Geboren 22. April 1894 in Zlabings, gestorben 30. Januar 1970 in Leonberg, Eltlingen.
Anton Schmidt war Heimatschriftsteller und Mitarbeiter der Monatszeitschrift „Der Südmährer“. Er war ein ausgezeichneter Kenner der Natur und seiner Heimatstadt Zlabings. Er schrieb viele Aufsätze und Abhandlungen über Tiere und Pflanzen, Sitten und Gebräuche, Sagen und Kinderspiele. Darüber hinaus waren Anton Schmidt alle Flurnamen der Raumschaft Zlabings bekannt. Anton Schmidt war Träger des Südmährischen Ehrenzeichens in Gold. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Schärf, Dr. Adolf
Politiker
1890 Nikolsburg - 1965 Wien
Ein weiterer Südmährer, der am 20. April 1890 in Nikolsburg geborene Dr. Adolf Schärf, wurde österreichischer Bundespräsident. Da sein Vater in Wien nach besseren Verdienstmöglichkeiten suchte, verließ er Nikolsburg bereits im Alter von neun Jahren. In Wien wurde er nach abgeschlossenem Jura-Studium Rechtsanwalt und als Sekretär des Präsidenten des Nationalrates in den Staatsdienst übernommen. In der zweiten Republik gehörte er als Mitglied der sozialistischen Partei dem Nationalrat an. Seit Dezember 1945 bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 5. Mai 1957 war er Vizekanzler. Bundespräsident war er bis zu seinem Tode am 28. Februar 1965. |
Sealsfield, Charles
Schriftsteller
1793 Poppitz - 1864 Solothurn
Er ging als Dichter in die Literaturgeschichte ein: Charles Sealsfield, der als Karl Postl am 3. März 1793 in Poppitz bei Znaim als Sohn des dortigen Ortsrichters geboren wurde. Er besuchte das Gymnasium in Znaim, trat in den Kreuzherrenorden in Prag ein und wurde 1814 zum Priester geweiht. 1823 entfloh er aus Europa und tauchte unter dem Namen Charles Sealsfield (Siegelfelder hieß eine Gemarkung in Poppitz) in New Orleans auf. Er bereiste ganz Amerika, arbeitete als Journalist und schrieb erfolgreiche Romane, deren Helden nicht Einzelpersonen sind, sondern ein ganzes Volk. Er lebte in Mexiko, in Texas und in New York bis er sich 1832, nur unterbrochen von drei weiteren Reisen nach Amerika, bei Solothurn in der Schweiz niederließ. Auch hier lebte dieser bedeutende realistische Erzähler, der in seinen Werken politische Missstände scharf kritisierte, als der große Unbekannte bis zu seinem Tode am 26. Mai 1864. Erst aus seinem Testament – er setzte seine Verwandten in Poppitz zu Erben ein – konnte die Identität des berühmten Reiseschriftstellers mit dem verschollenen Karl Postl festgestellt werden. Zu seinen Hauptwerken zählen „Die Vereinigten Staaten von Nordamerika“, „Österreich wie es ist“, „Lebensbilder aus beiden Hemisphären“, „Neue Land und Seebilder“, „Das Kajütenbuch“, „Süden und Norden“. |
Silberbauer, Josef
Orgelbauer
Der bekannteste unter den Orgelbauern in Znaim war Josef Silberbauer. Seine Geburtsdaten sind unbekannt; er dürfte Schüler von Casparides gewesen sein. Obwohl er in den Quellen regelmäßig als Znaimer Orgelbauer genannt wird, wurde sein Name bisher nicht in Znaimer Matriken gefunden. Angeblich stammte er aus Großtajax, aber auch in den Fabriken dieser Gemeinde wurde der Name Silberbauer nicht gefunden. Er lebte im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und baute die Orgeln in Seefeld, Groß Kadolz, Unterretzbach, Frain, Gnadendorf, Landschau, Rodingersdorf, Merkersdorf, Karnabrunn, Weinsteig, Mühlfraun, Göllersdorf, Pleißing, Grusbach, Röschitz, Pulkau, Mailberg, Großgrillowitz, Mödring, Grafendorf, Frainspitz, Rausenbruck, Schiltern und Stoitzendorf. Diese Orgel konnte er wegen Erblindung 1805 nicht mehr fertigstellen. |
Soukup, Martin
Reichtagsabgeordneter
1853 Ruttenschlag - 1934 Gatterschlag
Reichsratsabgeordneter 1901-1918, Gründer mehrerer Raiffeisen- und landwirtschaftlicher Genossenschaften. |
Springer, Josef
Geboren 24. April 1828 in Chotieschau bei Mies in Böhmen, gestorben 16. Juni 1911 in Sitzgras.
Josef Springer kam 1852 als Kaplan nach Sitzgras und war von 1869 bis 1911 dort Pfarrer, später bischöflicher Rat. Als Wiedererbauer der Montserratkirche (1858-1865) ist er in die Geschichte des Pfarrsprengels eingegangen. Um weite Kreise auf den Bau der Montserratkirche aufmerksam zu machen, verfaßte er zwei Schriften: 1866, Wien „Die Marien-Kirche am Mont Serat bei Sitzgras nächst Zlabings in Mähren“, 1908, Sitzgras „Montserrat“. Der Reinerlös war für die Montserratkirche bestimmt. 1890 ließ er die „Anrede bei der feierlichen Übertragung der Marien-Statue von Sitzgras nach Mont Serrat am 22. Juni 1890“ drucken. 1866 erschien im Selbstverlag die kleine Schrift „Ursprung und Schicksale der Mont Serater Marienkirche“. 1902 wurde Josef Springer von Kaiser Franz Joseph I. mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Sprinzl, Franz
Geboren 08. Juni 1919 in Zlabings.
Franz Sprinzl war Kulturbeauftragter des Heimatkreises Zlabings und viele Jahre hindurch Betreuer des heimatlichen Kulturgutes des Südmährischen Landschaftsrates in Geislingen/Steige. Schon in frühester Jugend befaßte sich Franz Sprinzl mit den Kulturgütern seiner Heimatstadt Zlabings. Er wurde vom Landesdenkmalamt in Brünn beauftragt, viele der wertvollen im Zlabingser Museum aufbewahrten Urkunden zu fotografieren. In mühseliger Kleinarbeit begann er alles zu sammeln, das aus der verlorenen Heimat stammte und schuf so eine Sammlung von Kulturgütern, die einmalig ist. Nachdem 1948 der Südmährische Arbeitsausschuß, der heutige Südmährische Landschaftsrat, gegründet worden war, stellte sich Franz Sprinzl bedingungslos für heimatdienstliche Belange zur Verfügung. 1960 wurde er zum Kulturbeauftragten des Heimatkreises Zlabings berufen und seine hauptsächlichste Arbeit bestand darin, die oft nur in wenigen Exemplaren vorhandenen Bücher und Schriften ausfindig zu machen, sie evtl. käuflich zu erwerben oder aber auch geliehen zu bekommen. Allmählich steigerte sich diese Sammeltätigkeit auch durch Gegenstände aus dem Flüchtlingsgepäck der heimatvertriebenen Landsleute. 1964 erschien der Bildband „Verlorene Heimat Zlabings“ und 1971 in Zusammenarbeit mit Emmerich Paar die Broschüre „Siegel der Stadt Zlabings im Lauf der Jahrhunderte“ und für 1972, 1973 und 1977 veröffentlichte er Kalender mit „Motiven unserer Heimat“. Bei der Errichtung der Gedenkstätte für die Opfer der Vertreibung 1945 bei Fratres hatte Franz Sprinzl großen Anteil. Unter seiner Anleitung wurden alle 2 Jahre Heimattreffen, unter dem Motto „Zlabingser Kirtag“ in Waldkirchen/NÖ abgehalten. Franz Sprinzl erhielt das Südmährische Ehrenzeichen in Silber und Gold. 1967 erfolgte die Verleihung des Ehrensiegels der Stadt Zlabings, 1971 die Zuerkennung des Prof.-Josef-Freising-Preises, 1974 die Verleihung des Ehrenzeichens in Silber durch die Landsmannschaft „Thaya“, 1976 die Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenzeichen durch die Sudetendeutsche Landsmannschaft. An seinem 60. Geburtstag verlieh ihm der Südmährische Landschaftsrat wegen seiner heimatpolitischen und kulturellen Tätigkeit und seines Einsatzes für das Zlabingser Ländchen das Große Südmährische Ehrenzeichen in Gold. 1985 wurde Franz Sprinzl Ehrenmitglied des Kreisrates Zlabings. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Sprinzl, Hedwig, geborene Balzer
Geboren 13. Dezember 1922 in Fratting. Hedwig Sprinzl, Ehefrau des Franz Sprinzl, war Mitglied des Kreisrates Zlabings des Südmährischen Landschaftsrates in Geislingen/Steige. 1965 übernahm sie die Heimatortskartei, die unter ihr eine ungeahnte Vervollständigung erfuhr. 1980 erhielt sie das Ehrensiegel der Stadt Zlabings und 1982 den Josef Löhner-Preis. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
T
Tielsch Ilse
Schriftstellerin
*20.03.1929 in Auspitz + 21.02.2023 in Wien
Ilse Tilsch war die Stimme Südmährens, wir verdanke Ihr drei große zeitübergreifende Romane mit Darstellungen der Geschichte der Vertreibung, zahlreiche Erzählungen nachdenklichen oder heiteren Charakters und eine große Folge mannigfacher Gedichte an erster Stelle. 1980 Die Ahnenpyramide (Romantrilogie I) 1982 Heimatsuchen (Romantrilogie II) 1988 Die Früchte der Tränen (Romantrilogie III) Ilse Tielsch wuchs in Auspitz auf und besuchte das Gymnasium in Nikolsburg. Im April 1945 flüchtete sie vor der nahenden Front und fand Aufnahme in einem oberösterreichischen Bauernhof. In Linz setzte sie ab September 1945 den Besuch eines Gymnasiums fort und legte 1948 in Wien die Matura ab. 1949 erwarb sie die österreichische Staatsbürgerschaft und heiratete 1950 den Arzt Rudolf Tielsch, mit dem sie vier Kinder hatte. Zwei ihrer Kinder verlor sie früh. Nach einem Studium der Zeitungswissenschaften und der Germanistik an der Universität Wien promovierte sie 1953 über die Wochenschrift Die Zeit als Spiegel literarischen und kulturellen Lebens in Wien um die Jahrhundertwende. Sie war bei mehreren Tages- und Wochenzeitungen tätig und unterrichtete von 1955 bis 1964 an einer Wiener kaufmännischen Berufsschule. Seitdem lebte sie als freie Schriftstellerin in Wien. Die ersten Bücher wurden unter dem Doppelnamen Tielsch-Felzmann veröffentlicht. Texte und Gedichte wurden in bisher 20 Sprachen übersetzt und in 22 Ländern publiziert. Ilse Tielsch war Mitglied des Österreichischen Schriftstellerverbandes, der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, des Österreichischen P.E.N.-Clubs sowie Gründungsmitglied des Literaturkreis Podium 1981 wurde sie als ordentliches Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.
Aufgegeben sein. Verlassen haben. Erkennen, dass die wirklichen Ziele im Unerreichbaren liegen. Aufhören, gegen den Wind zu schreien, die Stimme zurücknehmen, den Mund verschließen. Den letzten aller Züge besteigen und Abschied nehmen ohne Gepäck .
Frau Dr. Ilse Tilsch-Felzmann erhielt 1981 den Kulturpreis des Südmährerbundes e.V. und der Stadt Geislingen an der Steige. |
V
von Dietrichstein, Franz I.
Bischof von Ölmütz
1570 Madrid - 1636 Olmütz
Kardinal Franz I. von Dietrichstein, geboren am 22.August 1570 in Madrid, hatte engste Beziehungen zu Nikolsburg, da seine Familie seit 1575 die Herrschaft Nikolsburg besaß. Franz von Dietrichstein erhielt 1599 die Kardinalswürde, wirkte von 1599 bis 1636 als Bischof von Olmütz und war seit 1607 außerdem Präsident des Kaiserlichen Geheimen Rates. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 ernannte ihn Kaiser Ferdinand II. zum Kaiserlichen Generalkommissar und Statthalter von Mähren. Er residierte in Nikolsburg, das durch ihn einen bedeutenden Aufschwung erfuhr, und gründete hier 1625 die Propstei mit dem KollegiatKapitel. In Zuge der Gegenreformation wurden durch ihn in Mähren über 200 neue Pfarreien eingerichtet. Besondere Verdienste um das Schulwesen erwarb sich Kardinal Dietrichstein durch die Berufung der Pianisten ins Land. In Nikolsburg entstand 1631 die erste Niederlassung dieses Schulordens nördlich der Alpen. Die Gründung bedeutender Bibliotheken in Nikolsburg und Kremsier geht ebenfalls auf diesen Kardinal zurück. Er starb am 19.September 1636 in Brünn und wurde in der Bischofakirche in Olmütz beigesetzt. |
von Ebner-Eschenbach, Marie
Schriftstellerin
1830 Zdislawitz - 1916 Wien
Marie von Ebner-Eschenbach, eine der größten Dichterinnen im deutschsprachigen Raum, lebte einige Jahre in Znaim. 1830 wurde sie auf Schloss Zdislawitz in Mähren als Gräfin Dubsky geboren. Sicher hat sie das Leben und die Landschaft in Südmähren zu einigen ihrer Erzählungen und Romane angeregt. |
von Edelspitz, Niklas
Baumeister
„Der Steinmetzemeister Niklas von Edelspitz und seine Bautätigkeit in Znaim und Umgebung von 1440 bis 1468“ – so ist die kulturgeschichtliche Studie von Anton Vrbka aus dem Jahr 1911 betitelt. Alle Znaimer kennen Meister Niklas von Edelspitz als den Erbauer des Znaimer Rathausturmes, eines Kunstwerkes seltener Art, des freundlichsten Wahrzeichens dieser Stadt. Wir kennen aber weder sein Geburtsjahr noch seine Sterbedaten, wir wissen nur von einer lateinischen Inschrift an der Ostseite des Turmes, dass „am Montag nach Margaretha im Jahre 1445 vom Steinmetzemeister Nikolaus von Edelspitz mit diesem Bau begonnen wurde“. Das Fertigstellungsdatum finden wir mit 1448 an der Nordseite des Turmes angegeben. Niklas stammte wahrscheinlich aus dem Freihof Enclins, der bereits 1328 als Edelspitz genannt ist. Außer dem Umbau des Znaimer Rathauses, das aber durch verschiedene weitere Um und Zubauten bzw. Restaurierungen nicht mehr im Aussehen des 15. Jahrhunderts erhalten ist, und dem Rathausturm dürfte Meister Niklas am Bau des Pardubitzer Schlosses beschäftigt gewesen sein, wo sein Steinmetzzeichen zwei gekreuzte Richtscheite wie unter der Inschrift an der Ostseite des Znaimer Rathausturmes vorhanden ist. Man schreibt ihm auch das grüne Tor in Pardubitz zu, doch lässt sich nicht nachweisen, ob er diesen Bau wirklich ausgeführt hat. Überdies hätte er im Jahr 1507 mehr als achtzig Jahre alt sein müssen. Nachweisbar von ihm stammt aber das über dem romanischen Chor aufgebaute hohe Presbyterium in Klosterbruck und der Kreuzgang, die St. Wolfgangkirche in Gnadlersdorf und das Presbyterium der St. Niklaskirche in Znaim. Vermutlich war er auch beim Umbau der Michaelerkirche in Znaim (1472 bis 1495) beschäftigt, dann scheint er der Erbauer des Turmhelmes der Kornitzer Kirche zu sein. Die Verwandtschaft der Helmbildung dieses Turmes und des Znaimer Rathausturmes ist zu auffallend. Eine Ähnlichkeit zeigt sich auch am Turmhelm des Rathauses in Olmütz. Das gotische Sakristeiportal in St. Niklas und die einmalig schöne gotische Gedenksäule dürften nach seinen Zeichnungen von seinen Schülern ausgeführt worden sein. Hinter dem Hauptaltar der St. Niklaskirche findet man als Schlussstein sein Porträt, das in Gips abgegossen, oberhalb des Einganges ins Lapidarium des Znaimer Museums eingefügt wurde. Nach der Meinung mancher Kunsthistoriker war Meister Niklas auch an Arbeiten im Innern des St. Stephandomes in Wien beschäftigt. |
von Kopal, Karl
Oberst des k.u.k. Jägerbattalions
1788 Schidrowitz - 1848 Vicenza
Der dem Oberst Karl von Kopal gewidmete Platz wurde bereits nach dem Ersten Weltkrieg den einem anderen gewidmet, sein Denkmal wurde in ein Siegesdenkmal umgewandelt. Geboren wurde er am 3. Februar 1788 in Schidrowitz. Nach dem Studium am Gymnasium in Znaim und an der Realschule in Nikolsburg trat er als Gemeiner in das Infanterieregiment 22 ein, nahm an der Schlacht bei Austerlitz teil, machte die Feldzüge 1805, 1809 und 1813 bis 1815 mit und zeichnete sich durch seinen Mut und sein vorbildliches Verhalten aus. 1841 kam er als Oberstleutnant zum Tiroler Kaiserjägerregiment und übernahm 1846 als Oberst das Kommando über das 10.Jägerbataillon. Mit diesem Truppenkörper zog er 1848 in den Krieg gegen Italien und zeichnete sich bei der Verteidigung von Sta.Lucia und beim Sturm auf den Monte Berico bei Vicenza am 10.Juni 1848 aus. Er hatte entscheidenden Anteil insbesondere an der Einnahme der Stadt Vicenza, wurde schwer verwundet und starb nach Amputation des rechten Armes infolge Wundstarrkrampfes am 16.Juni 1848. Nach dem Tode wurde ihm das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens zuerkannt, dem Bataillon verehrte die Armee ein Silberhorn, das auf einem goldenen Schild die Worte trägt: „Monte Berico“ und „Kopal ruft“. Seine Gebeine wurden wegen Friedhofsauflassung von Vicenza 1978 auf den Waldfriedhof von St.Pölten überführt. Das ihm von den Znaimern am 16.Oktober 1853 gesetzte Denkmal ist ein steinerner Obelisk, die Gestalt der darüber schwebenden vergoldeten Nike mit Siegeskranz stammt von Fernkorn. |
von Sonnenfels, Franz Freiherr
fürstlicher und kaiserlicher Hofrat
1735 Nikolsburg - 1806 Nikolsburg
Franz Freiherr von Sonnenfels, fürstlicher und kaiserlicher Hofrat, geboren 1735 in Nikolsburg, blieb zeitlebens mit seiner Vaterstadt verbunden und vermachte sein ganz beträchtliches Vermögen der Stadt und Herrschaft Nikolsburg. Er starb 1806 in Troppau. |
von Sonnenfels, Josef Freiherr
Jurist und Professor für Kameralwissenschaften
1733 Nikolsburg - 1817 Wien
Sein Vater Lipman Perlin kam von Berlin über Eisenstadt nach Nikolsburg, wo 1733 sein Sohn Josef geboren wurde. Im Jahre 1738 trat die Familie zum Katholizismus über, nahm den Familiennamen Wiener an und übersiedelte 1745 nach Wien, wo der Vater Alois Wiener als Lehrer morgenländischer Sprachen an der Universität tätig war. Dieser wurde von Maria Theresia 1746 in den Freiherrenstand mit dem Namen von Sonnenfels erhoben. Josef von Sonnenfels, Jurist, wurde 1763 Professor für Polizei und Kameralwissenschaften (Staatswissenschaften) an der Wiener Universität. Als solcher verfasste er das grundlegende Lehrbuch „Grundsätze der Polizei, Handlungs- und Finanzwissenschaft“, als Literaturfreund gab er kritische Zeitschriften heraus, wie „Mann ohne Vorurteil“, in der er rücksichtslos die Fehler aller Gesellschaftsschichten aufzeigte, und die „Briefe über die Wienerische Schaubühne“, in welchen er den Hanswurst des Wiener Theaters bekämpfte. Im Jahre 1770 wurde Sonnenfels zum Zensor des deutschen Theaters ernannt und in die Bücherzensurkommission und in die Studienhofkommission berufen. Er war für Kaiser Joseph II. einer der wichtigsten Mitstreiter bei der Abschaffung der Folter, Reformierung des österreichischen Schulwesens, des Theaters sowie bei der Gründung des Burgtheaters. Sonnenfels war Hofrat der Hofkanzlei und Vizepräsident der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er 1817 starb. |
Vrbka, Anton
Schuldirektor
1860 Ungarisch Hradisch - 1939
Der bedeutendste und auch heute noch für uns der wichtigste südmährische Heimatforscher ist Schuldirektor Anton Vrbka. Geboren am 17.Mai 1860 in Ungarisch Hradisch, absolvierte in Znaim das Gymnasium und anschließend in Olmütz die Lehrerbildungsanstalt. Im Jahre 1880 kam er als Lehrer nach Zulb, 1884 nach Dörflitz und 1888 als Leiter der Volksschule nach Klosterbruck. Südmähren wurde ihm zur Heimat, er blieb hier bis zu seinem Tod am 2.Juni 1939. Sein umfassendes Wissen veröffentlichte er in zahlreichen Schriften und Aufsätzen, die zum Teil unter dem Pseudonym Eugin erschienen sind. In spannenden Vorträgen und Führungen verstand er es wie selten jemand, seinen Zuhörern das Interesse an und die Liebe zu Znaim und zu Südmähren zu vermitteln. |
W
Wagner, Hans
Landwirt, Lehrer und Abgeordneter im tschechischen Parlament
1893 Lechwitz - 1984 Wien
Abgeordneter Hans Wagner, am 3. März 1893 in Lechwitz geboren, wurde Lehrer und gehörte von 1925 bis 1938 für den Bund der Landwirte dem Prager Parlament an. Nach Kriegsdienst war er daheim noch als Landwirt und Lehrer tätig und wurde bei Kriegsende von Tschechen verhaftet und im Znaimer KZ festgehalten. In österreich organisierte er die Südmährer und gründete die Landsmannschaft „Thaya“, deren erster Obmann er wurde. Im Jahre 1947 gründete er die Zeitung „Wegwarte“, die er bis 1960 redigierte. Er starb am 17. März 1984 in Wien. |
Wassermann, Joseph
Geigenbauer
? Znaim - 1814 Znaim
Hinter den Meistern in der mährischen Landeshauptstadt stehen die Geigenmacher in Znaim nur an Zahl zurück. Joseph Wassermann erreichte schon um 1785 die Höhe seiner Schaffenskraft, seine Geigen haben fast etwas Italienisches an sich, und da seine Mitbürger in der schönen, malerisch auf der Höhe des linken Thayaufers gelegenen betriebsamen Stadt seinen Wert zu schätzen wussten, kargten sie nicht mit Aufträgen, so dass er sich in Znaim recht wohl fühlen konnte. Er starb 1814. |
Winterhalder, Josef
Maler
1743 Vöhrenbach - 1807 Znaim
Er gehört zu der bedeutenden Künstlerfamilie Winterhalder in Znaim. Josef schuf Bilder in folgenden südmährischen Kirchen: Luggau, Fröschau, Naschetitz, GroßOlkowitz, Waltrowitz, Schattau, KleinTajax, Kallendorf, Urbau,Selletitz, bei den Dominikanern in Znaim, Mühlfraun, Pöltenberg. Fresken von ihm sind in Kallendorf, Proßmeritz und über dem Taufbecken in der Kirche in Lechwitz zu finden. |
Winterhalder, Josef Anton
Bildhauer
1766 Znaim - ? Znaim
Josef Anton, geb. 1766 in Znaim (die einmalige Kanzel bei St.Niklas in Znaim in Form der Weltkugel, Arbeiten im Sommersaal des Stiftes Klosterbruck und im Stift zu Kloster Hradisch) |
Winzler, Zacharias (auch Zachäus) Andreas
Salpeterfabrikant und Erfinder
1750 Unlingen/Donau - ?
In Znaim experimentierte um 1800 Zacharias (auch Zachäus) Andreas Winzler, der sich mit der Erzeugung und Verwendung des Gases befasste. Geboren wurde er am 23.August 1750 in Unlingen in Schwaben, unweit von Riedlingen a.d.Donau, das damals zu Vorderösterreich gehörte. Er studierte zuerst Theologie, dann Medizin, vor allem aber Chemie und Mineralogie, was er besonders für die Salpetergewinnung, die sein Vater betrieb, brauchte. Selbst auch ständig mit der Verbesserung der Salpetererzeugung beschäftigt, gelangte er vermutlich über das Banat, über Varasdin und über verschiedene Wirkungsstätten in Deutschland nach Wien, bis er am 1.März 1800 mit Vinzenzia Seher, der Witwe des Salnitererzeugers Leopold Seher, einen Kaufvertrag über die vor dem „Untertor“ der königlichen Kreisstadt Znaim gelegene Salnitersiederei und Plantage abschloss. |
Wisnar, Julius
Gymnasialdirektor
1860 - 1922 Znaim
Der legendäre Gymnasialdirektor Julius Wisnar war von seinen Schülern gefürchtet und doch hoch verehrt. Der Schriftsteller Bruno Brehm verewigte ihn in einigen seiner Erzählungen 1856 in Freiberg in Mähren geboren, seit 1886 als Latein und Griechisch-Professor, von 1901 bis zu seinem Tode am 18.Juli 1922 als Direktor am Znaimer Gymnasium, beschrieb Gotteshäuser und Schulen der Stadt Znaim, brachte eine kurz gefasste Geschichte des Znaimer Gymnasiums heraus, berichtete über hervorragende Persönlichkeiten, die zwischen 1624 und 1850 an dieser Schule wirkten, und schrieb über geographische Namenkunde und über die Ortsnamen der Znaimer Bezirkshauptmannschaft. |
Z
Zabel, Dr. Johann
Konsistorialrat
1910 Untertannowitz - 1977 Wien
Zum provisorischen Leiter des Generalvikariates ernannte die Diözesanverwaltung Dr. Johann Zabel, Pfaffer von Leipertitz, und statteten ihn mit Generalvikarsvollmachten aus. Nach dem Tod von Bischof Dr. Josef Kupka am 20. Juni 1941 gab es keinen Diözesanbischof den Leiter des Seelsorgeamtes mehr. Konsistorialrat Dr. Johann Zabel, geboren am 26.Jänner 1910 in Untertannowitz, 1931 zum Priester geweiht, war der letzte Leiter des Generalvikariates Nikolsburg, das, wie er in seinem Buch „Zweihundert Jahre Bistum Brünn 1777-1977“ schreibt, sang- und klanglos nach dem Krieg zu bestehen aufgehört hat. Es gab von Seiten der Diözesanleitung weder eine offizielle Mitteilung noch ein Dankeswort. Nach seiner Vertreibung wirkte Dr.Zabel als Religionsprofessor in Wien und versammelte noch bevor nach den staatlichen Vorschriften Heimattreffen stattfinden durften, die Südmährer ab 1947 zu Wallfahrten, die zugleich Wiedersehensfeste waren. Diese von ihm eingeführten Wallfahrten fanden damals in der Wallfahrtskirche „Maria Schmerzen“ in Wien, in Maria Dreieichen und zum Fest des heiligen Klemens Maria Hofbauer in „Maria am Gestade“ in Wien statt. Meist zeigte Dr. Zabel bei dieser Gelegenheit nach den Gottesdiensten Lichtbilder aus Südmähren. Die Wallfahrten gaben unseren Landsleuten besonders in den ersten Jahren nach der Vertreibung viel Trost und Aufmunterung. Dr. Johann Zabel starb am 30.Juli 1977 in Wien, begraben wurde er am Friedhof in Maria Dreieichen. |
Zach, Thomas
Geboren 4. Dezember 1922 in Muttischen bei Zlabings, gestorben 23. März 2016 in Frankfurt/Main.
Thomas Zach war akademischer Maler und Bildhauer in Frankfurt/Main. Er gestaltete 1977 die Klemens-Maria-Hofbauer-Gedächtnisstätte in der Kirche St. Maria in Geislingen/Steige. Thomas Zach war Kunsterzieher, Kursleiter an der Volkshochschule Friedberg und beteiligte sich an Ausstellungen im In-und Ausland. Thomas Zach war Mitglied der „Esslinger Künstlergilde“. Seine in Druck erschienen Werke: 1977 die „Klemens-Maria-Hofbauer-Gedächtnisstätte“, 1977 „Südmährische Reise“, 1982 „Der Frankfurter Palmengarten“, sowie „Taunus und Wettergau“. Besondere Erwähnung verdienen seine Kunstdruckblätter „Südmähren, Land an der Thaya“ mit Aquarellen südmährischer Motive und seine vielen Rosenbilder. Thomas Zach erhielt viele Anerkennungen und Preise, u.a. 1983 auch den Kulturpreis des Südmährischen Landschaftsrates. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Zahorka, Hans
Geboren 28. Mai 1910 in Grünbergerhütte/Böhmerwald
Hans Zahorka war Kreisbetreuer des Heimatkreises Zlabings, wo er jahrelang als Fachlehrer an der dreiklassigen Bürgerschule gearbeitet hatte. Er war Verfasser verschiedener heimatpolitischer Vorträge und trat in Zlabings mit seinem hervorragenden Wissen auf heimatkundlichem Gebiet auf. 1985 wurde Hans Zahorka das große südmährische Ehrenzeichen in Gold, in Anerkennung der erworbenen besonderen Verdienste um die Heimatgruppe Südmähren verliehen. Quelle: Zlabings und das Zlabingser Ländchen, Eleonora Polly, 1988 |
Zajicek, Erwin
Lehrer und tschechischer Minister
1890 Fröllersdorf - 1976 Poysdor
Minister Erwin Zajicek, am 22.Oktober 1890 in Fröllersdorf geboren, von Beruf Lehrer, gehörte seit 1925 für die Deutsche Christlich-Soziale Volkspartei dem Prager Parlament an, von 1936 bis 1938 war er Minister ohne Geschäftsbereich. Er gründete und leitete daheim den Otto Willmann-Bund eine Vereinigung katholischer Lehrer, und war Diözesanobmann des Volksbundes deutscher Katholiken. Zurückgekehrt aus Kriegsdienst und Gefangenschaft, setzte er sich besonders für die Eingliederung der Heimatvertriebenen in österreich ein. Nach Gründung des Dachverbandes der Südmährer in österreich wurde er dessen erster Obmann und Mitinitiator der Gedenkstätte auf dem Kreuzberg. Am 29. Oktober 1976 starb er in Poysdorf. |
Znaimer, Wolfgang
Graphiker
05.05.1933 in Zlabings - 25.11.2017 in Kirchheim unter Teck
Wolfgang Znaimer war ein außergewöhnlicher Mensch mit sehr vielen Begabungen und vielen Interessen. In seiner Aufgabe als Kulturbeauftragter des Heimatkreises Zlabings hat er viele Kontakte hergestellt Immer wieder hat er vom Brücken bauen gesprochen und er hat es auch in vorbildlicher Weise getan.
Er ist am 5. Mai 1933 in Zlabings geboren und hat seine Heimatstadt geliebt. Mit 12 Jahren musste er diese Heimat gemeinsam mit Mutter und seinen beiden Geschwistern verlassen. Zunächst ging es über viele Umwege nach Ochsenwang, wo auch der Vater wieder zur Familie stieß. Seit Beginn der Malerlehre lebt Wolfgang Znaimer in Kirchheim unter Teck und seit 1966 im eigenen Heim in Ötlingen. Nach der Lehre hat er sich zum Graphiker weitergebildet; er wurde Künstler. Wolfgang Znaimer war sehr bescheiden weil er sich oft als Kunsthandwerker bezeichnet hat.
Wolfgang Znaimer machte auch Bildhauerarbeiten für Bronzeguß und Blattvergoldungen in Kirchen und Museen. Außergewöhnlich sind seine Urkunden fürs Bischöfliche Ordinariat mit Ornamenten in Blattgold, gestempelt mit Siegelwachs und akkurat kalligraphisch gestaltet in seinem Scriptorium. In sehr vielen Ausstellungen zeigte er seine Bilder, die sich durch innere Dynamik und überlegene Ruhe auszeichnen. Er beherrschte verschiedenste Techniken, die er in spielerischer Leichtigkeit stets kontrolliert angewandt hat. Bei seinen Arbeiten sah er sich er in der Nachfolge seines „eigentlichen Lehrmeisters“ Otto Stach. Er hat ein sehr reiches Archiv von Fotos, Bildern und Dokumenten aus den vergangenen Jahrzehnten von Südmähren und von seiner neuen Heimat angesammelt. Bis kurz vor seinem Tod war er kreativ und hat er immer wieder neue Ideen für die Arbeit für seine Südmährische Heimat hervorgebracht.
Wolfgang Znaimer war Träger des Südmährischen Kulturpreises und wurde 2014 mit dem Baden-Württembergischen Staufferpreis ausgezeichnet. |





































